"PlayStation 2" Antonow übernehmen Sie

Am Freitag kommt die "PlayStation 2" in Europa auf den Markt. Seit Tagen lässt die Logistikabteilung des Herstellers Sony russische Antonows von Japan in die europäischen Metropolen fliegen.


Objekt der Begierde: Playstation 2
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Objekt der Begierde: Playstation 2

Jedes der Flugzeuge ist randvoll bestückt - mit Spielzeug. Ihre Mission: Die europäische Markteinführung der "PlayStation 2" sicherzustellen, die zeitgleich in 17 Ländern geplant ist. Zur Deutschlandpremiere am Freitag am Potsdamer Platz in Berlin erwartet der japanische Elektronikkonzern Sony riesigen Andrang von Hunderten begeisterter Spielefans. Bis dahin sollen zunächst eine halbe Million Konsolen in Europa eingetroffen sein, 120.000 Stück davon sind für den deutschen Markt reserviert.

"Wir können natürlich nicht garantieren, dass Interessenten, die keine PlayStation vorbestellt haben, auch wirklich eine bekommen werden", sagte Jürgen Krenz-Göllinger von Sony Deutschland. Dennoch sei bei der Versorgung mit einer Million Stück bis Ende Dezember und drei Millionen bis Ende März 2001 das Liefervolumen bei Markteinführung des Vorgängermodells um ein Dreifaches übertroffen worden. Beim Verkaufsstart des begehrten Spielzeugs in den USA im Oktober sowie in Japan im März umlagerten Konsolen-Fans bereits Stunden vorher die Läden. Wegen einer Verknappung von Chips konnte Sony damals nur knapp die Hälfte der angekündigten Stückzahl liefern. In Tokio war an den beiden ersten Verkaufstagen die gesamte Anfangsproduktion von einer Million Stück ausverkauft.

Spielekonsolen sprechen längst nicht mehr nur Kinder an, sondern begeistern auch immer mehr Erwachsene. Die Geräte der neuen Generation haben sich von einfachen Spielzeugen zu multifunktionalen Unterhaltungsmedien gewandelt. Das wachsende Marktsegment ist von den großen Elektronik-Konzernen heiß umkämpft. Immerhin werden weltweit inzwischen 20 Milliarden US-Dollar (rund 46 Milliarden Mark) mit Konsolen und den entsprechenden Spielen umgesetzt.

Im vergangenen Jahr brachte erstmals der japanische Konzern Sega seine Konsole "Dreamcast" mit integriertem Modem und Internetzugang heraus. Microsoft will Ende nächsten Jahres die "X-Box" mit einer Light-Version des Windows-Betriebssystems auf den Markt bringen und sich damit einen Anteil am lukrativen Markt sichern. Auch Nintendo hatte noch für dieses Jahr einen neuen "Gameboy" mit DVD-Player angekündigt. Zumindest dem letzteren Konkurrenten ist Weltmarktführer Sony nun zuvorgekommen.

Die neue "PlayStation 2" ist Sonys erstes Nachfolgermodell der seit Jahren erfolgreichen Spielekonsole. Neben 40 in der Startphase zur Verfügung stehenden Spielen hat sie ein Abspielgerät des CD-ROM-Nachfolgers DVD, das sowohl Videofilme als auch Musik-DVDs wiedergibt. Der interne Grafikprozessor ist etwa dreimal so leistungsfähig wie der eines normalen PCs und bietet eine Bildqualität, bei der während eines Autorennens selbst feinste Lichtreflexe auf der Karosse noch genau zu erkennen sind. Eine optionale Festplatte, Schnittstellen für den Internetzugang sowie für den Empfang von Videos über Breitbandkabel sollen die Playstation künftig zum multimedialen Alleskönner der elektronischen Unterhaltung machen.

Renate Grimming, dpa



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