Pocketstory Online-Kiosk für einzelne Print-Texte gestartet

Bislang ist es schwierig, online einzelne Magazin- oder Zeitungsartikel zu kaufen. Ein neues Start-up will diese Lücke schließen. Pocketstory hat längere Reportagen und Interviews im Angebot - auch aus dem SPIEGEL.

Pocketstory-Startseite: SPIEGEL-Geschichte über den BND für 1,11 Euro

Pocketstory-Startseite: SPIEGEL-Geschichte über den BND für 1,11 Euro


Sie interessiert eine Geschichte aus der "Zeit" oder dem SPIEGEL, Sie wollen deswegen aber nicht das ganze Heft kaufen? Dann zählen Sie zur Zielgruppe von Pocketstory: Über diesen neuen Online-Kiosk können einzelne Texte aus deutschen Zeitschriften und Zeitungen gekauft werden, als Digitalversion für den Computer und fürs Mobilgerät. Pocketstory ist am Donnerstag als Betaversion gestartet, den ersten Artikel bekommt man derzeit über einen Promotion-Code kostenlos.

Die Lesestücke sollen überwiegend zum Preis von 0,39 Euro bis 1,99 Euro angeboten werden, sagt der Gründer und Geschäftsführer des Portals, Thorsten Höge: "Die Lesegewohnheiten haben sich verändert, es bleibt immer weniger Zeit, ein ganzes Magazin zu lesen. Darauf reagieren wir mit Pocketstory und picken für unsere Nutzer die Rosinen aus Heften und Büchern."

Auf der Plattform gibt es aktuell Texte aus der "Zeit"- und der SPIEGEL-Verlagsgruppe, aber auch aus Zeitschriften wie "Emotion", "Galore" und "Mare". Auch der Buchverlag Campus und die "Berliner Zeitung" kooperieren mit dem Hamburger Start-up. Das Angebot ist in Rubriken wie Politik, Wirtschaft, Reise, Wissenschaft und Verbrechen gegliedert. Bei jedem Artikel ist eine geschätzte Lesezeit angegeben, ohne Bezahlung lassen sich jeweils nur die ersten Absätze lesen.

Eine ähnliche Idee wie Blendle

Bei einem Test bekamen wir einen per Code erworbenen Artikel zum Durchscrollen im Browser angezeigt, nicht etwa im Originallayout oder auf mehrere Seiten zerstückelt. Der Schwerpunkt seines Projekts liege auf "Qualitätstexten und längeren Lesestücken", sagt Thorsten Höge. Weitere Partner aus der Verlagsbranche sollen demnächst hinzukommen.

Pocketstory sieht sich mit seinen Einzelangeboten als Vorreiter im deutschen Markt, wenngleich es international ähnlich konzipierte Angebote wie das niederländische "Blendle" gibt. In Deutschland existiert mit Readly seit 2014 eine Zeitschriften-Flatrate, an der sich mehrere Verlage beteiligen. Komplette Magazinausgaben lassen sich auf diversen Online-Portalen kaufen.

Pocketstory finanziert sich laut seinen Gründern ausschließlich über die Bezahlinhalte. Von den Verkaufspreisen gehen jeweils 30 Prozent als Provision an das Start-up.

mbö/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
danido 21.05.2015
1.
Gibts da auch eine Kommentarfunktion? Sicher nicht. Irgendwie doof wenn man im Jahr 2015 das Prinzip von Social-Media noch nicht verstanden hat. Im Übrigen sind die Preise sehr hoch. 1,11€ für einen Spiegel Artikel. Die digitale Ausgabe des Spiegel kostet 3,99€, da würde ich mir im Ernstfall gleich das ganze Heft kaufen (Preis/Leistungsverhältnis).
schlaueralsschlau 21.05.2015
2.
Ich finde die Preise zu hoch, 30% Provision übertrieben. Dann lieber gleich das gesamte Heft am Kiosk, davon habe ich mehr und dazu Papier in meinen Händen. Ein Test, der Spiegel kaum etwas kosten wird.
Peter_der_Grosse 09.06.2015
3. Zu teuer
1,11 € oder 1 € würde ich nur für eine aufwändige Titelstory hinblättern, wenn sie mich so sehr interessiert, dass ich sie SOFORT haben will. Für einen 2-Seiter oder noch kürzere Artikel völlig überzogener Preis. Da warte ich lieber eine Woche, bis Der Spiegel in der Online-Bücherei verfügbar wird.
bibliovox 02.07.2015
4. Die Entwicklung von Onlinekiosken
... steckt sicher noch in den Kinderschuhen. Am weitesten entwickelt ist dabei sicher das Angebot von Pressdisplay/Pressreader ... das bieten interessanterweise sogar Stadtbibliotheken und Unibibliotheken an. 4000 Tageszeitungen und Magazine aus 100 Ländern in 60 Sprachen. Wer bietet mehr :)
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