Netzteil – Der Tech-Podcast Warum müssen Quantencomputer tiefgekühlt werden?

Mit normalen PCs haben Quantencomputer wenig gemeinsam. Für viele sind sie deshalb rätselhafte Geräte. Ein Physiker erklärt, warum sie so viel schneller rechnen als ein PC, aber kein Ersatz dafür sind.
Ein Podcast von Patrick Beuth

Warum ist ein Quantencomputer viel schneller als ein herkömmlicher? Was kann ein Quantencomputer und was nicht? Kann er eine Blockchain "entschlüsseln" oder Zahlenschlösser knacken? Ist die Technik überbewertet – oder ist sie so mächtig, dass wir nicht einmal ausschließen können, dass unsere ganze Welt nur eine Simulation ist, erzeugt von einem Quantencomputer?

Solche und viele andere Fragen stellen Nutzerinnen und Nutzer auf Websites wie gutefrage.net oder Quora. Kein Wunder, denn Quantencomputer haben mit Computern, wie wir sie heute benutzen, wenig gemeinsam. Sie lösen auch ganz andere Probleme – oder besser: sollen in Zukunft ganz andere Probleme lösen. Denn auch wenn Google im vergangenen Jahr die sogenannte Quantenüberlegenheit demonstriert hat – die Überlegenheit eines Quantencomputers für ein bestimmtes Problem im Vergleich zum besten konventionellen Computer – ist die Technik noch lange nicht ausgereift.

Der Physiker Andreas Dewes hat für seine Doktorarbeit selbst einen einfachen Quantencomputer gebaut. Im Podcast erzählt er, wie – und warum – er den auf annähernd minus 273 Grad Celsius gekühlt hat, was "die Kunst beim Quantencomputing" ist und warum wir uns "in den nächsten zehn oder 20 Jahren" keinen Quantencomputer auf den Schreibtisch stellen werden.

IBM-Quantencomputer

IBM-Quantencomputer

Foto: IBM / dpa

Dewes arbeitet mittlerweile an ganz anderen Themen, aber Quantencomputer faszinieren ihn bis heute. Deshalb hat er 2014  und 2019  Vorträge auf den Kongressen des Chaos Computer Clubs gehalten, in denen er den Stand der Forschung zusammengefasst hat.

Deutschland ist bekannt für gute Grundlagenforschung in diesem Bereich, aber hierzulande steht bisher kein einziger Quantencomputer. Der erste soll von IBM kommen und Anfang 2021 in einem Rechenzentrum des Konzerns in Ehningen bei Stuttgart in Betrieb genommen werden. In Niedersachsen hatten zuletzt Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und das Land angekündigt , bis 2025 einen eigenen Quantencomputer zu entwickeln.

Darum geht es im "Netzteil"

Foto: Magdalena Lepka

Diese Folge ist die dritte der vierten Staffel des Podcasts "Netzteil", in dem sich die Redaktion des Netzwelt-Ressorts verschiedenen Techthemen widmet. In Staffel vier geht es wieder um echte Fragen von Internetnutzerinnen und -nutzern zu Themen wie Hacking oder Wikipedia. Die Redaktion beantwortet sie zusammen mit Expertinnen und Experten.

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