Phishing Polizei fasst drei mutmaßliche Onlinebanking-Betrüger

Die drei Männer sollen seit 2019 einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben – mit nachgemachten Bank-Websites und Anrufen bei den Opfern.
Onlinebanking erfordert mehr als nur ein Passwort – aber auch das hält Kriminelle nicht immer ab

Onlinebanking erfordert mehr als nur ein Passwort – aber auch das hält Kriminelle nicht immer ab

Foto: Jens Büttner/DPA

In Nordrhein-Westfalen hat die Polizei drei mutmaßliche Kriminelle gefasst, die bundesweit aktiv gewesen sein sollen. Die Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren wurden nach bundesländerübergreifenden Ermittlungen wegen Onlinebanking-Betrugs in Köln und Wesseling festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden und die Polizei in Hannover am Mittwoch mitteilten. Sie sollen einen Schaden im siebenstelligen Eurobereich verursacht haben.

Demnach sollen die Verdächtigen sogenannte Phishingseiten erstellt haben, um Kundinnen und Kunden verschiedener Banken zur Eingabe persönlicher Zugangsdaten zu verleiten. Solche Seiten sehen, wenn die Täter sich Mühe geben, denen von Banken zum Verwechseln ähnlich, weshalb unaufmerksame Kunden nicht merken, dass sie auf Betrüger hereinfallen.

Parallel riefen die Täter auch Betroffene an und gaben sich dabei als Bankmitarbeiter aus. Am Telefon verlangten sie für den Abschluss einer Umstellung im Onlinebanking eine oder mehrere TAN (Transaktionsnummern). Mit deren Hilfe und den abgefangenen Zugangsdaten konnten sie dann selbst Abbuchungen vornehmen. Das erbeutete Geld tauschten sie in Bitcoin um, die sie durch Anonymisierungsdienste schleusten, um ihre Spuren zu verwischen.

Schusswaffe und Gerät zur Stimmenverzerrung beschlagnahmt

Die Zugriffe erfolgten am Dienstag. Die drei Beschuldigten sitzen inzwischen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Computerbetrug in Untersuchungshaft. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Beamten nach eigenen Angaben außer umfangreichen Beweismitteln eine scharfe Schusswaffe, eine fünfstellige Summe Bargeld, teuren Schmuck und Designerkleidung sowie ein Gerät zur Stimmenverzerrung.

Die Gruppe war nach derzeitigem Ermittlungsstand bereits seit dem Jahr 2019 aktiv. Laut Behörden waren auch die betroffenen Banken eng in die Ermittlungen eingebunden. Dadurch sei es auch gelungen, die Sicherheitssysteme der Institute zu verbessern.

pbe/AFP
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