Nach »New York Times«-Artikel Pornhub bekommt kein Geld mehr über Mastercard und Visa

Die Zahlungsdienstleister untersuchen Vorwürfe, nach denen auf Pornhub Videos hochgeladen werden, die Kindesmisshandlungen zeigen und nicht einvernehmlichen Sex. Vorerst haben sie alle Zahlvorgänge gestoppt.
»Sittenwidrige Inhalte«: Mastercard

»Sittenwidrige Inhalte«: Mastercard

Foto: Marius Becker/ dpa

Die Zahlungsdienstleister Mastercard und Visa wickeln zumindest vorerst keine Zahlungen an die Porno-Plattform Pornhub mehr ab. Die beiden Unternehmen reagierten damit auf einen Bericht der »New York Times« , wonach einige der jährlich 6,8 Millionen neu hochgeladenen Videos auf Pornhub Kindesmisshandlungen und nicht einvernehmlichen Sex zeigten. Der Kolumnist Nicolas Kristof hatte nach eigenen Recherchen und Gesprächen mit Opfern konstatiert, die Plattform sei »mit Vergewaltigungsvideos verseucht«.

Mastercard und Visa hatten nach der Veröffentlichung des Berichts eigene Untersuchungen zu den Vorwürfen eingeleitet. Sie arbeiten zwar nicht direkt mit dem Portal zusammen, Pornhubs sogenannte Premium-Abos lassen sich aber per Kreditkarte bezahlen.

Bei Mastercard ist die Entscheidung bereits definitiv. »Unsere Untersuchung in den vergangenen Tagen hat die Tatsache bestätigt, dass die Website gegen unsere Standards verstößt, die illegale Inhalte verbieten«, teilte ein Mastercard-Sprecher am Donnerstag mit. Visa stellte seine Dienste für Pornhub vorerst ein. Dies gelte mindestens, bis das Ergebnis einer Untersuchung der Vorwürfe gegen Pornhub vorliege, hieß es.

Beide Zahlungsdienstleister wiesen Finanzinstitute, bei denen bisher Pornhub-Zahlungen über ihre Kreditkarten abgewickelt wurden, zum Verzicht mit Geschäften mit Pornhubs Mutterfirma MindGeek an.

Pornhub, das seine Zentrale im kanadischen Montreal und seinen Steuersitz in Luxemburg hat, wies die Vorwürfe zurück und nannte die Entscheidungen von Mastercard und Visa »außerordentlich enttäuschend«. Schließlich habe das Unternehmen zwei Tage zuvor eine Reihe von Maßnahmen gegen illegale Inhalte vorgestellt. So ist es nun anonymen Nutzern untersagt, Inhalte bei Pornhub hochzuladen. Abgesehen von bezahlten Downloads ist es von nun an offiziell auch nicht mehr möglich, Videos von Pornhub herunterzuladen. Bestimmte Suchbegriffe für die Seite sollen entfernt werden.

Die Entscheidungen von Mastercard und Visa seien »schrecklich für die Hunderttausenden Models, die auf unsere Plattform als Einnahmequelle zählen«, erklärte Pornhub mit Blick auf die Porno-Darsteller.

MindGeek gehören noch weitere große Porno-Websites wie etwa YouPorn.

pbe/AFP