Jahresstatistik Was Pornhub über seine Nutzer weiß

Die Jahresstatistik des Sexvideoportals Pornhub zeigt, welche Darsteller populär sind und welche regionalen Vorlieben es gibt. Aber auch, wie sich der Konsum von Pornos ändert - und was das mit iPhones zu tun hat.
Foto: Ethan Miller/ Getty Images

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die jährliche Pornhub-Statistik. Auf rund 80 Seiten ergeht sich das Unternehmen über regionale Sexfilmvorlieben, die populärsten Darsteller und die Ausdauer seiner Nutzer.

So erfährt man, dass die herausragenden Suchbegriffe des Jahres auf dem Portal "Amateur", "Alien" und "POV" waren, in dieser Reihenfolge. Man lernt, dass Lana Rhoades und Mia Khalifa die meistgesuchten weiblichen, Jordi El Nino Polla und Alex Adams die meistgesuchten männlichen Pornodarsteller sind.

Zudem erfährt man, dass auf den Philippinen und in Brasilien besonders viele Frauen Filme auf Pornhub anschauen, während das in Russland und Deutschland nur vergleichsweise wenige tun. Und man sieht, dass Nutzer aus der Ukraine sehr häufig nach "Hentai" suchen, während in Deutschland "German" und "Anal" besonders beliebt sind.

Nebenbei liefert die Firma aber auch viele Zahlen, die man schwerlich andernorts bekommen würde.

Was Google nicht über Android erzählt

Eine davon ist den Redakteuren des Tech-Blogs "Androidpolice " aufgefallen. Sie monieren nämlich, dass Google seit dem Mai dieses Jahres keine Angaben mehr zur Verbreitung der verschiedenen Versionen seines Android-Betriebssystems veröffentlicht hat - Zahlen, die es früher im Monatsrhytmus gab. So ließ sich nicht nachvollziehen, wie weit das 2019 veröffentlichte Update auf Android 10 schon verbreitet ist.

Die Daten, die Pornhub nun über seine Nutzer herausgegeben hat, seien zwar nicht mit Googles eigenen Ergebnissen gleichzusetzen, heißt es. Sie lieferten aber immerhin einen ungefähren Einblick, wie es derzeit um die neueste Android-Version steht. Immerhin gehört Pornhub laut Alexa-Statistik  zu den 50 meistgenutzten Seiten im Internet.

Das Ergebnis fällt für Android 10 allerdings bescheiden aus: Nur zwei Prozent der Pornhub-Nutzer mit Android-Geräten hatten demnach bereits das im September veröffentlichte Update installiert. Die Mehrheit von 71 Prozent nutzte eine der beiden Vorversionen, Android Oreo und Pie. Bei den iOS-Geräten sieht das wie gewohnt anders aus. Dort läuft auf 71 Prozent der von Pornhub erfassten Geräte bereits das ebenfalls im September vorgestellte iOS 13.

Porno wird mobil

Ganz ähnlich spiegelt Pornhubs Statistik die Veränderung der Nutzungsgewohnheiten wieder. Im weltweiten Durchschnitt schauen sich demnach immer mehr Menschen Pornofilmchen auf Smartphones an, hier wird ein Plus von sieben Prozent verzeichnet. Die Nutzung von Desktop-Rechnern (minus 18 Prozent) und Tablets (minus 17 Prozent) geht dagegen deutlich zurück. Ganz weit vorn liegen bei diesem Trend die Philippinen mit 91 Prozent Handynutzung und Indien mit 89 Prozent.

Doch in ein paar wenigen Ländern gibt es offensichtlich noch relativ viele eher konservative Pornogucker, die ihrem Desktop-PC nicht abschwören mögen. Ganz vorn dabei sind in dieser Kategorie Russland (34 Prozent PC-Nutzung), Deutschland (28 Prozent PC) und die Ukraine (27 Prozent PC).

Bemerkenswert ist auch die Verteilung der Betriebssysteme. Stationär liegt hier Windows mit 75,5 Prozent weit vorn. Apples macOS kommt bei Pornhub auf einen Anteil von 16,7 Prozent, der laut Statcounter  ungefähr dem tatsächlichen Marktanteil entspricht. Auf Mobilgeräten hingegen erreicht Apples iOS bei Pornhub einen Anteil von mehr als 50 Prozent, weit mehr also als die 22,9 Prozent, die das System laut Statcounter  ansonsten hat.

Schnell machen

Vor allem aber sagen Pornhubs Zahlen, dass viele Leute viele Pornos gucken. Über das Jahr verteilt wurde die Website 42 Milliarden Mal aufgerufen, das sind 115 Millionen Aufrufe pro Tag. Damit einher geht ein enormes Datenvolumen. Pro Sekunde werden von der Seite aus 209 Gigabyte an Filmen in das Netz gestreamt. Pro Tag sind das 18.079 Terabyte.

Trotzdem verbringen die Nutzer im Durchschnitt nur knapp zehneinhalb Minuten auf der Plattform. Es scheint zu stimmen, was das Unternehmen an anderer Stelle in seinem Bericht schreibt: "Unsere treuen Nutzer verschwenden keine Zeit."

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