Premium-Angebot "FTD" lässt die Bezahlschranke runter

Reine Nachrichten umsonst, Fachwissen nur gegen Geld: Die "Financial Times Deutschland" bittet ihre Online-Leser zur Kasse. 25 Euro im Monat kostet der "Premium"-Zugang zu Kommentaren, Reportagen und Analysen.

Redaktionssitz der "Financial Times Deutschland" in Hamburg: Online-Leser sollen zahlen
DPA

Redaktionssitz der "Financial Times Deutschland" in Hamburg: Online-Leser sollen zahlen


Hamburg - Die Euro-Zeichen sind zurück: Die Online-Leser der "Financial Times Deutschland" sollen ab sofort für tiefgründiges Fachwissen und aufwendige Recherchen bezahlen. Angezeigt wird das über ein Euro-Symbol in der Überschrift. Für das "Premium"-Angebot, zu dem Kommentare, Analysen und Reportagen zählen, wird ein monatlicher Beitrag von 24,90 Euro fällig. Reine Nachrichten, die sich ebenso bei der Konkurrenz finden lassen, bleiben hingegen kostenlos.

Im "Digital-Abo" enthalten ist auch eine PDF-Ausgabe der Zeitung. Abonnenten der gedruckten Zeitung können sich kostenlos registrieren. Außerdem kann ein Tagesticket für 2,20 Euro gelöst werden, mit dem zehn Artikel abgerufen werden dürfen. Damit führt das Wirtschaftsblatt aus dem Verlag Gruner + Jahr, der auch an der SPIEGEL-Gruppe beteiligt ist, als erste überregionale Tageszeitung wieder eine Bezahlschranke ein.

Gruner + Jahr hatte vor drei Jahren die Redaktionen von "Capital", "Impulse", "Börse Online" und "FTD" verschmolzen, Dutzende Journalisten verloren dabei ihren Job. Rund 110 Journalisten sollten sich bei der neuen Redaktionsgemeinschaft neu bewerben, zu niedrigerem Gehalt und ohne Tarifbindung. Mit dem Sparprojekt wollte der Verlag die Zukunft der defizitären "FTD" sichern.

Bisher setzen die großen Nachrichtenseiten in Deutschland vor allem auf die Finanzierung durch Werbung oder werden aus den Erlösen der Printerzeugnisse bezahlt. Kostenpflichtige Apps für Smartphones und Tablet-Computer sollen zusätzliche Einnahmen bringen. Aufmerksam beobachtet die Branche die "New York Times", die ihr Online-Angebot im März für regelmäßige Leser kostenpflichtig machte. Die ersten Artikel gibt es umsonst, wer mehr lesen will, muss im Monat eigentlich 15 Dollar bezahlen, rund 10,50 Euro.

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Seite 1
faustjucken_tk 09.05.2011
1. ...
Gut so. Qualität bekommt man nicht umsonst. War schon immer so, wird immer so bleiben.
Shimodax, 09.05.2011
2. SPON Klon
Zitat von sysopReine Nachrichten umsonst, Fachwissen nur gegen Geld: Die "Financial Times Deutschland" bittet ihre Online-Leser zur Kasse. 25 Euro im Monat kostet der "Premium"-Zugang zu Kommentaren, Reportagen und Analysen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,761377,00.html
Oh, dann gibt's da jetzt einen kostenlosen SPON Klon. Mir fiel seit einiger Zeit schon auf, daß offensichtlich die SPON/Spiegel Redaktion (oder deren Zulieferer) da Material zur FTD beisteuern. Z.b. Fotostrecken mit nahezu gleichen Bildern, diese Unsitte mit irgendwelchen Quiz, usw. Ich schätze mal, das ist damit gemeint wenn's im Artikel heit, daß Beiträge die auch woanders zu finden sind umsonst bleiben. Dieses Zeug hat mir das FTD Lesen schon verleidet, als es noch umsonst war, für 25 EUR im Monat seh ich da für den Rest keinen Mehrwert. Da kauf ich lieber die Papierversion, das ist eine erstklassige Zeitung, ohne Zeitgeistflachschüsse.
stabkoenigin 09.05.2011
3. Find ich ok
Im Prinzip ist gegen die Lösung nichts zu sagen. Klar möchte der User gern immer alles umsonst haben, aber es kostet eben Geld eine (Online-)Redaktion zu unterhalten, die Content von hoher Qualität liefert. Und die gedruckten Auflagen mit dem lukrativen Anzeigengeschäft gehen ja bei nahezu allen Medien immer weiter zurück. 24,90 Euro im Monat finde ich persönlich zwar ein wenig krass - schließlich entfallen die kompletten Druck- und Papierkosten -, aber für eine Fachzeitung geht das auch noch ok. Nicht in Ordnung finde ich dagegen, dass man nur 10 Artikel lesen darf, wenn man ein Tages-Ticket kauft. Wenn ich mir eine Einzel-Ausgabe am Kiosk kaufe, kann ich ja schließlich auch die ganze Zeitung lesen und nicht nur 10 Artikel, das sollte auch der User erwarten können, wenn er 2,20 Euro zahlt.
semper fi, 09.05.2011
4. -
Zitat von faustjucken_tkGut so. Qualität bekommt man nicht umsonst. War schon immer so, wird immer so bleiben.
Das ist richtig. Leider halten sich nicht alle daran, sonst müsste es - im Umkehrschluss - die Financial Times Deutschland auch in der Papierausgabe für Umme geben. Ich kann auf beides - FTD.online und FTD Papier - gerne verzichten.
der_Pixelschubser 09.05.2011
5. Große Klasse.
Ich glaube, ich bin seit bestehen des Internets vielleicht zwei Mal auf den FTD-Seiten gewesen. Scheint ja tatsächlich ein so exklusiver Zirkel zu sein, dass man jetzt quasi schon Eintrittsgebühren zahlen muss - quasi ein kleiner Internet-Golfclub, was? Ich gehöre nicht zum exklusiven Kreis der FTD-Leser und -Konsumenten. Wird sich durch die Bezahl-Variante auch nicht ändern. Was den sinngemäßen Kommentar "Qualität gibt's nicht für umme" angeht: damit werden SPON, Zeit.de, FAZ.net usw. auf eine Stufe mit BILD, Blitz-Illu und Express gestellt... hm. kann sich jeder seinen Reim drauf machen. Ein Narr, wer Böses dabei denkt, aber ich glaube, hier gibt es vllt. doch noch ein paar Unterschiede.
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