Princeton gegen Facebook Datenexperte nimmt Prognose von Elite-Forschern auseinander

Wissenschaftler der Universität Princeton haben den Tod von Facebook vorausgesagt. Ein Mitarbeiter des sozialen Netzwerks reagiert nun mit Humor: Er prophezeit seinerseits den Untergang der Elite-Uni - und ein grausames Ende der Menschheit.
Campus der Princeton University: Dem Untergang geweiht wie Facebook?

Campus der Princeton University: Dem Untergang geweiht wie Facebook?

Foto: ? Eduardo Munoz / Reuters/ REUTERS

Es sind düstere Aussichten für Facebook. Zumindest, wenn man den Wissenschaftlern der US-amerikanischen Universität Princeton glaubt. Nach deren Erkenntnissen hat das soziale Netzwerk seinen Zenit bereits überschritten - und ist auf dem besten Weg, ganz von der Bildfläche zu verschwinden. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung  prognostizieren die Forscher, dass Facebook in ein paar Jahren das gleiche Schicksal wie die Musikplattform MySpace erleidet. Das Fazit der Arbeit: Facebook verliert in den kommenden drei Jahren bis zu 80 Prozent seiner Mitglieder.

Der Datenexperte Mike Develin sieht das ein wenig anders. Er ist Mitarbeiter des sozialen Netzwerks und zerpflückt die wissenschaftliche Arbeit in einem bissigen Beitrag bei Facebook . "Von ganz besonderem Interesse war die innovative Anwendung von Google-Suchdaten um die Nutzungstrends vorauszusagen, anstatt die tatsächlichen Nutzungstrends zu benutzen", schreibt Develin und verweist auf Grafiken , die einen Anstieg der aktiven Facebook-Nutzer im vergangenen Jahr zeigen.

Doch dabei belässt es der Experte nicht. Er dreht den Spieß um - und prophezeit mit der gleichen mathematischen Methode den Untergang der Elite-Universität. Berücksichtige man das gleiche wissenschaftliche Prinzip der US-Forscher, dann zeigten die Untersuchungen eindeutig, "dass Princeton gefährdet sein könnte, komplett zu verschwinden", schreibt Develin. Im Jahr 2021 werde es demnach keine Studenten mehr geben, und aufgrund der "stabilen wissenschaftlichen Analyse" werde man sich den "künftigen Trümmerhaufen nur noch in der Fantasie als einstige Institution vorstellen können".

2060 wird es keine Luft mehr geben

Doch nicht nur um die Elite-Universität sorge sich Mike Develin. Auch die Zukunft der Menschheit stehe auf Basis dieser wissenschaftlichen Analyse auf dem Spiel. Die Google-Trends zum Suchwort "Luft" hätten ständig abgenommen, schreibt der Datenexperte. Die Voraussagen würden ganz klar zeigen, dass im Jahr 2060 keine Luft zum Atmen mehr übrig sein wird.

In den Kommentaren schlagen sich viele Nutzer auf die Seite des Facebook-Mitarbeiters. Sie machen sich lustig über die Analyse-Methoden der Princeton-Forscher. In ihren Beiträgen setzen sie unter anderem die zunehmende Klimaerwärmung mit der weltweit sinkenden Anzahl der Piraten gleich  und sorgen sich, dass immer weniger Nutzer bei Google nach dem Begriff "Internet" suchen. "Uns wird das Internet ausgehen, bevor wir keine Luft mehr haben", schreibt ein Nutzer , "ich weiß nicht, was schlimmer ist."

Am Ende des Beitrags nimmt Develin ein wenig die Schärfe aus seiner zynischen Antwort. Natürlich gehe er nicht davon aus, dass Princeton verschwinden oder die Luft irgendwann ausgehen werde. Aber er wollte mit einem lustigen Beitrag darauf hinweisen, dass einige Analyse-Methoden zu "ziemlich verrückten Ergebnissen führen".

Die Forscher aus Princeton hatten für ihre Berechnungen ein statistisches Rechenmodell angewandt, das auch Seuchenexperten nutzen, um die Ausbreitung ansteckender Krankheiten anhand von Symptom-Anfragen bei Google vorauszusagen. Für die Facebook-Prognose haben sie den Lebenszyklus von MySpace mit Google-Suchanfragen verglichen. Den Wissenschaftlern zufolge gab es demnach einen Zusammenhang zwischen der sinkenden Anzahl der Suchanfragen und dem schwindenden Interesse an dem Netzwerk.

Denn während MySpace im Jahr 2005 noch 580 Millionen Dollar wert war, verlor das Portal in den folgenden Jahren immer mehr Mitglieder. Das Unternehmen News Corp. verkaufte das Portal schließlich im Jahr 2011 für 35 Millionen Dollar, ein Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises.

jbr
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