Spracherkennung Verbraucherschützer warnen vor vernetzten Spielzeugpuppen

Puppen, mit denen man sprechen kann und die sinnvolle Antworten liefern können, sind unterhaltsames Spielzeug. Norwegische Verbraucherschützer warnen jedoch, solche Geräte könnten auch Gefahren bergen.
Screenshot aus einem Video der Verbraucherschützer

Screenshot aus einem Video der Verbraucherschützer

Foto: YouTube/ Forbrukerrådet Norge

"Gibt es Feen wirklich?" oder "Wie nennt man ein junges Pferd?" sind Fragen, die kleine Mädchen interessieren. Die Spielzeugpuppe "Cayla" weiß darauf eine Antwort, denn sie lässt sich per App mit dem Internet verbinden. Doch Verbraucherschützer warnen, das Spielzeug drohe zum Spion im Kinderzimmer zu werden.

Über die Puppe "My Friend Cayla " und den Roboter "i-Que " könnten Dritte sich ohne Schwierigkeiten mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc . Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands Forbrukerrådet .

Wenn die Puppe und der Roboter online sind, können Kinder ihnen Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine passende Antwort im Internet und lässt die Spielzeugfiguren diese Antwort aussprechen. Nach Darstellung der Verbraucherschützer kann sich jeder in der Nähe über eine Bluetooth-Funkverbindung mit den Geräten verbinden und sie als eine Art Headset für das Smartphone nutzen. So könnten auch Fremde mit den Kindern kommunizieren, argumentieren sie. Ein YouTube-Video  soll das Problem verdeutlichen.

Verschlüsselte Datenübertragung

Zudem verstoßen die Nutzungsbedingungen aus ihrer Sicht gegen EU-Recht: Kunden müssen demnach vor dem Gebrauch der Spielzeuge zustimmen, dass ihre Daten für personalisierte Werbung genutzt und Informationen an Dritte weitergereicht werden dürfen. Zudem werde alles, was Kinder den Puppen erzählen, an eine auf Spracherkennung spezialisierte US-Firma gesendet, die sich ebenfalls vorbehält, Daten an Dritte weiterzugeben. Allerding seien die Sprachaufnahmen verschlüsselt und auch der Großteil der Datenübermittlung durch eine Verschlüsselung geschützt.

Außerdem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert, so die Verbraucherschützer: "Cayla" etwa erzähle, wie sehr sie Disney-Filme liebe. Verbraucherverbände in Norwegen, Frankreich, Schweden, Griechenland, Belgien, Irland und den Niederlanden wollen laut Beuc Beschwerde bei nationalen Verbraucherschutz- oder Datenschutzbehörden einreichen.

Die Firma "Vivid", die "Cayla" und "i-Que" in Deutschland vertreibt, äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht zu den Vorwürfen. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es, es gebe vier Sicherheitsstufen, "um ein sicheres Spielen für Kinder zu ermöglichen".

akn/dpa
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