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25. Juni 2019, 15:47 Uhr

Kryptobörse QuadrigaCX

Würden Sie diesem Mann Ihre Bitcoin anvertrauen?

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Die wilde Geschichte der Kryptobörse QuadrigaCX und ihres verstorbenen Gründers Gerry Cotten wird noch wilder. Ein neuer Untersuchungsbericht fördert reihenweise Betrügereien und Absurditäten zutage.

Die Kryptobörse QuadrigaCX war, solange sie existierte, ein durch und durch fragwürdiges Unternehmen. So viel ist bereits seit dem ersten Untersuchungsbericht der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young klar. Sie waren von einem kanadischen Gericht beauftragt worden, im Rahmen eines Gläubigerschutzverfahren die Finanzen von QuadrigaCX zu durchleuchten. Doch noch immer kommen neue Details ans Licht, so wie jetzt im mittlerweile fünften Bericht von Ernst & Young.

Zur Erinnerung: QuadrigaCX hatte Bitcoin und andere Digitalwährungen seiner Kunden in dreistelliger Millionenhöhe verwahrt, als ihr 30-jähriger Gründer Gerald "Gerry" Cotten im Dezember 2018 in Indien für tot erklärt wurde. Cotten habe dort ein Waisenhaus eröffnen wollen, teilte seine Witwe Jennifer Robertson damals mit, und sei dann infolge von Komplikationen seiner Morbus-Crohn-Erkrankung gestorben.

70 Seiten voller Vorwürfe gegen Cotten

Nur zwölf Tage vor seinem Tod hatte Cotten testamentarisch verfügt, dass Robertson die Alleinerbin seines beträchtlichen Vermögens sein soll. Auf die Ersparnisse der Quadriga-Kunden konnte hingegen niemand zugreifen, denn Cotten soll als Einziger das Passwort zu jenen Wallets gekannt haben, in denen - angeblich - ein Großteil der Kundenersparnisse gesichert war.

Robertson beantragte Gläubigerschutz. Im Verfahren stellte sich dann zunächst durch Blockchain-Analysen heraus, dass die fraglichen Wallets allesamt leer sind. Außerdem hatte Quadriga selbst 14 verschiedene Nutzeraccounts unter Alias-Namen angelegt und darüber Transaktionen von "signifikantem Volumen" ausgeführt, wie Ernst & Young im dritten Bericht schrieb.

Cotten ließ sich Geld seiner Kunden auszahlen

Der fünfte Bericht, veröffentlicht vor wenigen Tagen, ergänzt das bisherige Bild auf 70 Seiten, die sich lesen wie ein Sammelband so ziemlich aller betrügerischer Aktivitäten, die einem Betreiber einer Kryptobörse einfallen könnten.

Hier eine Auswahl:

Cottens Pseudonyme: Aretwo Deetwo und Seethree Peaohh

Insgesamt schuldet Quadriga rund 76.000 Nutzern die Summe von 214,6 Millionen kanadischen Dollar, das entspricht 143 Millionen Euro. Bisher haben die Wirtschaftsprüfer nur rund 33 Millionen kanadische Dollar aus verschiedenen Quellen zurückgewinnen können. Auf den Rest werden die Betroffenen noch lange warten müssen.

Im Bericht heißt es: "Angesichts der Natur der Blockchain und der Kryptowährungs-Branche einschließlich jener Privatsphäre- und Vertraulichkeitsfunktionen, die für Investoren so attraktiv sind, wird es eine Herausforderung sein, die Geldreserven und sonstigen Güter nachzuverfolgen".

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