Energy Hamburg Hacker greifen Radiosender an

Normalerweise startet der Tag für die Hörer von Energy Hamburg mit einer fünfstündigen Morningshow. Am Mittwoch aber fehlten »Julia und Richie« unerwartet: Ihr Sender kämpft mit einem Hackerangriff.
Liveauftritt bei einem Energy-Event: In Hamburg fiel am Mittwoch eine Morningshow aus

Liveauftritt bei einem Energy-Event: In Hamburg fiel am Mittwoch eine Morningshow aus

Foto: Ralf Mueller / imago images

Die private Radiosenderkette Energy ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Seit Dienstagabend könne deshalb das lokale Programm von Energy Hamburg nicht mehr ausgestrahlt werden, sagte ein Sprecher der Radio NRJ GmbH mit Hauptsitz in Berlin. Als Ersatz werde in Hamburg auf der UKW-Frequenz 97,1 MHz sowie auf den Ausspielwegen DAB+ und im Internet bis auf Weiteres das bundesweite Programm Energy Hit Music Only angeboten.

Wie lange die Hörerinnen und Hörer auf das Hamburger Lokalprogramm verzichten werden müssen, ist noch unklar. Die Programme der anderen Lokalradio-Standorte wie Berlin und München laufen dem Sprecher zufolge wie gewohnt weiter.

Auf der Website von Energy Hamburg hieß es am Mittwochmorgen : »Gestern Abend griffen Hacker Energy Hamburg an und legten wichtige IT Bereiche lahm. Auch die beliebte Hamburger Morningshow ›Energy am Morgen mit Julia und Richie‹ fällt diesem Angriff heute leider zum Opfer.«

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Die Ermittlungen laufen

Das Landeskriminalamt Hamburg ermittelt zu dem Vorfall. Es heißt, Server und PC-Arbeitsplätze des Unternehmens seien betroffen. Bei dem Angriff sollen Daten verschlüsselt worden sein, es dürfte sich also um eine sogenannte Ransomware-Attacke handeln.

Ein Angriff eines solchen Typs hatte Ende vergangener Woche bereits dazu geführt, dass die größte Pipeline der USA als Vorsichtsmaßnahme außer Betrieb genommen wurde. In den vergangenen Monaten hatten auch mehrere Medienhäuser mit den Folgen von Ransomware-Angriffen zu kämpfen. Betroffen waren unter anderem die Madsack Mediengruppe und die Funke Mediengruppe, die beide verschiedene Regionalzeitungen im Portfolio haben.

Von Anna Ehle, der Programm-Managerin bei Energy Hamburg, hieß es am Mittwochmorgen, zu den Hintergründen und den möglichen Tätern könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Weiteres sagen. Man arbeite aber mit Hochdruck daran, die Schäden des Hackerangriffs zu beheben und »so schnell wie möglich wieder mit unserem lokalen Programmangebot on air zu gehen«.

mbö/dpa
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