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Radargerät: US-Strafverfolger nutzen den Range-R

Foto: L-3 Communications/ CyTerra

Tragbare Radargeräte US-Ermittler durchleuchten Wände

Steht da jemand hinter der Hauswand? Bewegt er sich? Einem Zeitungsbericht zufolge haben Dutzende US-Behörden Hand-Radargeräte angeschafft. Datenschützer sind empört.

Die Technik klingt nach Science-Fiction, aber rund 50 amerikanische Strafverfolgungsbehörden steht sie schon vor Verfügung: kleine Hand-Radargeräte, die Hinweise darauf geben, was hinter Mauern passiert. US-Polizisten setzen sie offenbar ein, wenn sie Gebäude stürmen, etwa bei Geiselbefreiungen.

Wie "USA Today" berichtet , nutzen die Behörden, darunter das FBI und der U.S. Marshals Service, die Geräte teilweise schon seit zwei Jahren. Der Marshals Service soll bereits 180.000 US-Dollar in die Scanner investiert haben. Die Einführung der Geräte wurde zwar nicht geheim gehalten, aber auch nicht weiter bekannt gemacht - so wurden Gerichte wohl nur knapp informiert. Die Öffentlichkeit wurde laut "USA Today" überhaupt nicht darüber informiert, wie und wann diese Radarscanner eingesetzt werden.

"Die Idee, dass die Regierung Signale durch die Wand deines Hauses sendet, um herauszufinden, was sich darin befindet, ist problematisch", sagt Christopher Soghoian, ein Technikexperte der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union.

Geworben wird mit 95 Prozent Trefferquote

Der als Range-R bekannte Radarscanner, den die Behörden nutzen, wird von einer Firma in Florida vertrieben. Das Gerät wiegt 540 Gramm und hat die Maße 22x10x6,9 Zentimeter, es ist laut Hersteller in der Lage, "mit einer Reichweite von 15 Metern durch Mauern zu sehen, außerdem durch Böden und Decken aus Beton, Zementblöcke, Holz, Ziegel und andere nicht-metallische Oberflächen" . Der Sensor muss dabei an die Wand gehalten werden .

Mit einer Trefferquote von 95 Prozent soll der Range-R binnen drei Sekunden anzeigen, ob hinter dem Hindernis jemand steht und ob er nur atmet oder sich auch bewegt. Sogar zwischen verschiedenen Personen soll das Gerät unterscheiden können. Ein Bild von dem, was hinter den Mauern geschieht, bekommt der Nutzer aber nicht. Angezeigt wird allerdings der eigene Abstand zur Person.

Ursprünglich wurden Scanner wie der Range-R für Einsätze im Irak und Afghanistan entwickelt. Laut Hersteller wurden rund 200 Geräte für jeweils ungefähr 6000 Dollar an 50 Strafverfolgungsbehörden verkauft.

"USA Today" schreibt, erst im Dezember 2014 sei durch einen Polizeibericht bekannt geworden, dass solche Geräte aktiv eingesetzt werden. Beamte in Denver hatten ein Gebäude damit gescannt, bevor sie einen Flüchtling festnahmen - und das ohne Durchsuchungsbefehl. Die Richter, die den Fall verhandelten, bewerteten diese Unterlassung kritisch und sagten, der Vorfall werfe im Hinblick auf den vierten Zusatzartikel der US-Verfassung Fragen auf. Der Artikel soll Bürger eigentlich vor staatlichen Übergriffen schützen.

abr
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