"Tornado-Man" Theunis Wessels Der Chuck Norris des Rasenmähens

In nur zwei Tagen wurde Theunis Wessels weltweit berühmt: Kaum ein Foto wird derzeit öfter geteilt als das Bild des gebürtigen Südafrikaners beim Rasenmähen - während ein Tornado am Garten vorbeistreicht.
Rasenmähen: Manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss

Rasenmähen: Manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss

Foto: Cecilia Wessels/ AP

Wenn man Google News glauben kann, dann gab es in den vergangenen zwei Tagen mindestens 8190 Presseberichte über Theunis Wessels, einen in Kanada lebenden Futtermittelexperten aus Südafrika. Tendenz weiter steigend.

Der Grund ist ein am zurückliegenden Freitag geschossenes Foto, das ihn beim Rasenmähen zeigt, während im Bildhintergrund ein mächtiger Tornado hinter seinem Garten vorbeizieht.

Natürlich ist das der Stoff, aus dem Internetphänomene gemacht sind: Immer wieder gibt es Bilder oder Videos, die "viral gehen", weltweit geteilt und kommentiert, verfremdet und persifliert werden. Meist sind das spontane Erfolge, die auf einem gewissen Gaga-Appeal beruhen: Irrationales Verhalten, absurde Kommentare, surrealistische Szenen, "Fails" und absonderliche Situationen sind das ideale Futter solcher Internetmoden.

Klar, dass das Bild von Theunis Wessels wie dafür gemacht scheint. Dass weder er selbst noch seine Frau, die das Foto per Facebook in Umlauf brachte, viel dazu zu sagen hatten, trägt zur Legende vom wortkargen, coolen "Tornado-Man" bei.

Die geht so: Am Freitagnachmittag habe Theunis den Rasenmäher ausgepackt, sagte dessen Frau Cecilia Wessels später, und sie habe sich für ein Stündchen aufs Ohr gelegt. Wenig später sei sie von ihrer neunjährigen Tochter geweckt worden, die ihre Mutter auf so ein unheimliches Ding hinter dem Garten aufmerksam machen wollte: Der Papa wolle nicht ins Haus kommen, obwohl das wirbelnde Ding echt beängstigend aussehe.

Als Cecilia zum Fenster kam, sah sie, wie ein mächtiger, dunkler Tornado hinter dem Garten vorbeizog, von dem Theunis sich aber in keiner Weise aus der Ruhe bringen lassen wollte: Wetter ist offenbar nichts, was ihn vom Rasenmähen abbringen könnte. Es gibt halt Dinge, die ein Mann zu Ende bringen muss, komme, was da wolle.

Keep cool: Alles unter Kontrolle

Wenig später war der Rasen erfolgreich zurechtgestutzt, ohne dass Theunis oder irgendjemand sonst aus seiner Familie zu Schaden kam. Gattin Cecilia postete ein per Handy geschossenes Bild der Szene bei Facebook - auf dass ihre Eltern im fernen Südafrika auch in den Genuss der absurden Szene kämen: "My beast mowing the lawn with a breeze in his hair", schrieb sie unter das Bild - "Mein Tier mäht den Rasen, mit einer Brise in den Haaren."

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Das Bild ging in wenigen Stunden um die Welt - allein das Original wurde in mehreren Versionen mehr als 3500-mal geteilt, die Kopien sind nicht mehr zu zählen. Medien fragten nach, wie es zum Bild gekommen sei, aber viel hatten Cecilia und Theunis nicht zu ergänzen. Er habe das alles unter Kontrolle gehabt, ließ der frisch gekürte "Tornado-Man" wissen, denn erstens sei der "Twister" ausreichend weit entfernt gewesen - rund drei Kilometer - und zweitens habe er sich vom Garten wegbewegt. Er kenne sich mit diesen Sachen hinreichend aus, seit er ein Seminar für Tornadojäger besucht habe, bestätigte auch Cecila gegenüber der BBC. Und Theunis ergänzte, er habe ja auch "ein Auge" auf das Ding gehabt.

Dann ist es ja gut: Unter diesen Umständen lässt man sich natürlich nicht von irgendwelchen Stürmchen vom Mähen abbringen. So cool ist das alles, dass sich nun Medien in Kanada, wo Wessels seit 2009 mit seiner Familie lebt, und Südafrika, wo die Familie herstammt, darum reißen, ihn als ihren "Chuck Norris des Rasenmähens" zu verbuchen.

Auch Kanada ist Tornado-Land

Die meisten Tornados treten in Nordamerika entlang der sogenannten Tornado Alley auf - meist sind hier US-amerikanische Bundesstaaten betroffen. Auch in mehreren kanadischen Provinzen gibt es immer wieder Tornados, vor allem in den grenznahen südlichen Teilen: 2016 zählte man in Kanada 58 bestätigte Tornados. Neben Ontario (2016: elf Tornados), Manitoba (16) und Saskatchewan (14) gehört auch Alberta (13), wo die Wessels leben, zu den häufiger betroffenen Gebieten.

Katastrophale Tornados mit vielen Opfern sind in Kanada allerdings sehr selten. Zum einen wird dort meist massiver gebaut, zum anderen fallen die Wirbelstürme weniger kräftig aus. So sah auch der Tornado am 2. Juni 2017 zwar spektakulär aus, erreichte aber nur Windgeschwindigkeiten unter 137 Stundenkilometern. Da er keine nennenswerten Schäden verursachte, wurde er als Tornado der Klasse EF0 klassifiziert - ein "Twister" der untersten Kategorie.

Dass es den überhaupt gegeben hatte, bemerkten die kanadischen Behörden offenbar erst, nachdem Fotos und Videos über Social Media verteilt worden waren - die behördliche Warnung vor dem Sturm kam erst nach dem Sturm.

pat
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