Duell mit Apple Magazin-Flatrate Readly holt sich Zeitungen an Bord

Am kommenden Montag wird Apple ein "News-Abo" präsentieren: Das erhöht den Druck auf Readly, den Marktführer bei den Magazin-Flatrates. Der ergänzt sein Zehn-Euro-Paket nun unter anderem um "Bild" und "Welt".

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Videospielhefte und Angelzeitschriften, Hochzeitsmagazine und bunte Blätter für Kinder: Die 2014 gestartete Magazin-Flatrate Readly ermöglicht ihren Kunden den digitalen Zugriff auf mehrere Tausend Zeitschriften aus aller Welt. Zu den bekannteren deutschen Titeln zählen beispielsweise "Hörzu", "Sport Bild", "Men's Health", "inTouch", und "Cosmopolitan", dazu kommen viele in ihren Nischen beliebte Special-Interest-Magazine. Unter den fremdsprachigen Titeln finden sich etwa der US-"Playboy" und das "Time Magazine Europe".

Nun hat Readly eine Erweiterung seines Angebots angekündigt: So sind ab diesem Donnerstag auch Tages- und Wochenzeitungen aus dem Hause Axel Springer im Angebot enthalten, namentlich "Bild", "Bild am Sonntag", "B.Z.", "Welt" und "Welt am Sonntag". Am Preis der Flatrate von 9,99 Euro pro Monat soll sich dadurch nichts ändern.

Die Ankündigung von Readly kommt wenige Tage vor einem Apple-Event am Montag in Cupertino. Branchenexperten erwarten, dass Apple dort ein neues Nachrichten- und Magazin-Aboangebot vorstellen wird - eine wohl ziemlich direkte Konkurrenz für Readly, das seine Flatrate auch über Apples App Store anbietet, für dort jedoch - mit Verweis auf Apples Transaktionsgebühren - 11,99 Euro pro Monat.

"Mehr Nutzer bedeuten mehr Umsatz"

Readly spricht in einer Pressemitteilung zu dem Deal von einer "testweisen" Verfügbarkeit der Springer-Zeitungen. Auf SPIEGEL-Nachfrage heißt es dazu, dass jedem Verlag, der auf die Plattform möchte, grundsätzlich eine sechsmonatige Testphase angeboten werde, "so auch hier".

Von Philipp Graf Montgelas, der bei Readly das Deutschland-Geschäft betreut, heißt es: "Readly möchte alle Lieblingstitel in einer App anbieten, egal ob Zeitung oder Zeitschrift. Mit jedem populären Titel gewinnen wir mehr Nutzer. Mehr Nutzer bedeuten mehr Umsatz. Davon profitieren letzten Endes alle Verlage." Readly ist ein Angebot aus Schweden, seinen Deutschlandsitz hat das Unternehmen in Berlin.

Ab April auch mobiloptimiert

Die Springer-Zeitungen sollen sich bei Readly im Originallayout anschauen lassen, ab April sollen sie aber auch in einer für Mobilgeräte optimierten Ansicht verfügbar sein. "Es genügt ein Klick auf das runde gelbe Icon, um sich den Artikel übersichtlich in einer einzigen Spalte und in frei einstellbarer Schriftgröße anzeigen zu lassen", verspricht Readly.

Zeitschriften und Zeitungen lassen sich bei Readly online durchblättern, aber auch herunterladen und dann offline lesen. Von den Titeln aus dem Angebot sind jeweils die aktuellsten, oftmals aber auch zahlreiche ältere Ausgaben verfügbar.

Lesen lassen sich die Magazine auf dem PC, aber auch über Apps für iOS- und Android-Geräte. Die Flatrate lässt sich mit maximal fünf Geräten gleichzeitig nutzen.

mbö



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Dr.T 21.03.2019
1. So wird es etwas!
Zeitschriften müssen Geld verdienen und dürfen nicht nur von Werbung leben. Erstens reichen Werbeeinnahmen nicht, ausserdem geht möglicherweise die Unabhängigkeit verloren. So eine Flatrate macht Sinn. V.a. können die Zugriffszahlen leicht analysiert werden und den Verlagen entsprechend Einnahmen gezahlt werden. Aber für 10 Euro im Monat? Alleine fürs Spiegel-Abo zahle ich mehr als 20 Euro im Monat.
vitalik 21.03.2019
2.
Zitat von Dr.TZeitschriften müssen Geld verdienen und dürfen nicht nur von Werbung leben. Erstens reichen Werbeeinnahmen nicht, ausserdem geht möglicherweise die Unabhängigkeit verloren. So eine Flatrate macht Sinn. V.a. können die Zugriffszahlen leicht analysiert werden und den Verlagen entsprechend Einnahmen gezahlt werden. Aber für 10 Euro im Monat? Alleine fürs Spiegel-Abo zahle ich mehr als 20 Euro im Monat.
Ich finde es auch interessant. Man erweitert das Angebot, aber der Preis bleibt gleich. Jetzt muss die Kalkulation aufgehen und die neue Angebote entsprechende Kunde anlocken, da sonst der Kuchen gleichgroß bleibt, während die Partygäste (Verlage) mehr werden.
sven2016 21.03.2019
3. Readly ist schon praktisch.
Man kann sowohl online lesen als auch offline (wenn unterwegs in der Bahn), ältere Ausgaben bleiben verfügbar und es sind sehr viele Zeitschriften in vielen Sprachen vorhanden. Apple springt hier - wie üblich - auf einen Geschäftsbereich, den andere sich erarbeitet haben. Mit der Finanzkraft können die sich sicher durchsetzen. Es wäre schade um Readly :(
Interzoni 21.03.2019
4. Bild und Welt
wären für mich ein Grund, das Abo nicht zu kaufen bzw. zu stornieren. Bei Titanic könnte ich schwach werden ,-)
curiosus_ 21.03.2019
5. Warum gibt es das nicht..
..für SPON, Welt, Zeit, Faz, SZ und Cicero? Dafür würde ich sofort 10 (auch 15) Euro/Monat ausgeben. Ich bin aber nicht bereit für jeden Artikel separat zu zahlen. Oder 6 Abos parallel abzuschließen.
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