Reality Run Jagd auf Kopf und Cash

Ab Montag muss sich Roger aus Amsterdam 24 Tage lang unerkannt durch Berlin bewegen. Er wird dabei von einem Verfolger und der Netzgemeinde gejagt. Es geht um viel Geld.

Dicht auf den Fersen wird ihm Ober-Jäger "Jack Black" sein, seines Zeichens Mitglied einer Fallschirmspringer Elite-Einheit und ausgebildeter Scharfschütze. Roger muss immer wieder aus dem Berliner Untergrund auftauchen und bestimmte Aufgaben erfüllen. Schafft er das unerkannt, winken ihm am Ende 10.000 Dollar Belohnung - nicht besonders viel für die psychischen und physischen Strapazen. Wird er vorher entdeckt, geht das Geld an den Hinweisgeber oder Jäger.

Die Zlatko-Masche

Der Erfinder dieser Online-Jagd, Alexander Skora, sieht das ganze als erweitertes Versteckspiel. Und er hat von "Big Brother" gelernt, denn das investierte Geld soll nicht nur durch Banner-Werbung wieder hereinkommen, sondern durch die gezielte Vermarktung seiner "Helden". Zudem werden die Gespräche von Roger via Mikrofon ins Internet und auf eine 0190-Telefonnummer übertragen. Der 29-jährige Jungunternehmer sieht sich bereits als Bernie Ecclestone des Internet und möchte den Reality Run zur "Formel 1" ausbauen - inklusive einem ultimativen Showdown in New York, wo dann im August nächsten Jahres der Weltmeister im Davonlaufen gekürt wird. Auch Hollywood-Produzent Donald Zuckerman habe bereits Interesse bekundet.

9000 Bewerber haben sich für die Online-Jagd beworben, zehn wurden schließlich nach eingehendem gesundheitlichen und psychologischen Check zur Endauswahl gestellt.

Jäger in den Startlöchern

Im Reality-Run-Forum haben sich die Jäger bereits versammelt und heizen die Stimmung an: Das reicht von Drohungen für den Gejagten "You just have no chance to suceed." bis hin zur Diskussion, ob ein Fallschirmjäger der richtige Verfolger sei: "Ein solcher Mensch, der im Militär groß wurde, kann unmöglich genug Spürsinn aufbringen, um einen Menschen in der Großstadt zu finden." Jemand scheint den Gejagten gar zu kennen: "Ich weiß, wer Roger ist, das wird ein kurzes Spiel!"

Jedenfalls wartete die Fangemeinde Montag nacht schon sehnlichst auf den Anpfiff. Dass eine Uhr auf der Seite den Countdown zählte, schienen manche Online-Jäger in der Hitze des Gefechts noch gar nicht entdeckt zu haben und mokierten sich, wann es denn endlich losginge. Um 12.00 Uhr war es dann endlich soweit und Roger wurde im Berliner Grunewald vor zahlreichen Medienvertretern "ausgesetzt".