Rechtes Netz Justizministerium will gegen rechte Internetadressen vorgehen

Der Vorfall rund um die Domainvergabe von "heil-hitler.de" zeigt auch im Bundesjustizministerium Wirkung.


Rechtes Gedankengut im Netz
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Rechtes Gedankengut im Netz

Hamburg - Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatt" am Dienstag hat sich das Bundesjustizministerium deshalb am Montag an die deutsche Stelle zur Vergabe der Internetadressen, DENIC, gewandt. "Wir bieten uns als Koordinatoren an, um eine Liste anstößiger Internetadressen zu erstellen", sagte Ministeriumssprecher Christian Arns der Zeitung. "In Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem Zentralrat der Juden wollen wir damit dazu beitragen, die Vergabe solcher Adressen künftig zu verhindern."

"Die Wirtschaftsunternehmen müssen begreifen, dass sie gesellschaftliche Verantwortung tragen", kritisierte Arns die bisherige Praxis bei der Vergabe der Internetadressen. Beim Kampf gegen den Rechtsextremismus könne niemand neutral bleiben.

Schlechte Scherze

Unbekannte "Nachahmungstäter" nutzten diese Schwachstelle im automatisierten Registrierungsprozess am Montag abend aus und liessen sich die Domain "heil-hitler.de" erneut registrieren, noch dazu auf den Namen eines gänzlichen Unbeteiligten.

Bei Denic wurde das am Dienstag morgen umgehend rückgängig gemacht und solchen Fällen in der Zwischenzeit auf die Weise vorbeugt, dass man die Domain kurzerhand auf eigenen Namen registrierte. "Unsere Datenbank muss erst umgebaut werden, wir können Adressen nur nach dem System 'ist registriert' oder 'frei' anlegen - eine dritte Option gibt es zur Zeit noch nicht," sagte Pressesprecher Klaus Herzig zu SPIEGEL ONLINE.



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