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Reclaim.fm Holen wir uns unsere Daten zurück

Nicht alles den Konzernen überlassen: Auf der Netzkonferenz re:publica haben Sascha Lobo und Felix Schwenzel eine Software präsentiert, mit der die eigenen Inhalte von Webdiensten wie Facebook archiviert werden können.

Berlin - Auf seinem Überraschungsvortrag hatte Sascha Lobo den Besuchern der Netzkonferenz re:publica am Montagabend tatsächlich eine Überraschung mitgebracht: Nicht nur, dass er sich mit (#) ein universelles Zeichen für das Internet ausgedacht hat und die Besucher der Konferenz zum "Machen" aufforderte, zum Einmischen in die Netzpolitik.

Lobo stellte außerdem reclaim.fm  vor, eine Software, mit der man sich seine eigenen Nachrichten, Links und Fotos von sozialen Netzwerken und Webdiensten zurückholen kann. Wenn schon Unternehmen die eigenen Inhalte nutzen und auswerten, dann doch Bitteschön auch man selbst, sagt Lobo.

Dazu verbindet man die Software mit Facebook, Twitter und was man sonst noch so an Angeboten nutzt, die dort veröffentlichen Inhalte werden dann automatisch auch auf den eigenen Server kopiert. Um reclaim.fm zu nutzen, braucht man ein eigenes Weblog, das mit der weit verbreiteten Software Wordpress läuft. Mit dem Plug-in landen all die Inhalte dann in einer Übersicht, die an das Bilderbuch Pinterest erinnert.

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Noch, schreibt Felix Schwenzel, der reclaim.fm technisch entwickelt hat, sei die Einrichtung von reclaim.fm nicht ganz trivial - und auf der Seite zum Projekt warnen die beiden, es gebe keinerlei Support. Mit der Einrichtung sollten Nutzer also wohl noch etwas abwarten, bis die ersten Adopter Tipps zum Plug-in in ihren Blogs veröffentlicht haben und mögliche Programmierfehler behoben sind.

Die Idee, die Kontrolle über die eigenen Inhalte nicht Webfirmen zu überlassen, ist überzeugend. Ähnliche Projekte existieren bereits: Mit Fever kann man selbst einen RSS-Reader hosten mit Tweet Nest lassen sich die eigenen Twitter-Nachrichten archivieren.

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Twitter-Archiv: Tweet Nest speichert und sucht

Foto: SPIEGEL ONLINE

Mit dem ebenfalls kostenlosen Thinkup können Facebook, Twitter, Google+ und Foursquare gespeichert und ausgewertet werden.

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Thinkup: Online-Dienst archiviert und durchsucht Facebook, Twitter & Co.

Beide Programme brauchen kein Wordpress und sind tausendfach erprobt und im Einsatz.

Wie reclaim.fm aussieht, lässt sich auf den Blogs von Sascha Lobo  und Felix Schwenzel  ansehen.

ore
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