Erpresserorganisation »REvil« Russland nimmt 14 mutmaßliche Mitglieder von berüchtigter Cybercrime-Gang fest

Die Ransomware-Gruppierung »REvil« soll für zahlreiche Erpressungsversuche gegen Unternehmen in aller Welt verantwortlich sein. Nun berichtet der russische Geheimdienst, die Gruppe zerschlagen zu haben.
Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB und die russische Polizei sind gegen die Ransomware-Gruppe »REvil« vorgegangen und haben 14 mutmaßliche Mitglieder festgenommen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet. Die Aktion sei auf Ersuchen von US-Behörden durchgeführt und die Hacker-Organisation dabei zerschlagen worden, heißt es in dem Bericht.

In einer Mitteilung des FSB heißt es, die »kriminelle Organisation existiert nicht mehr und ihre für kriminelle Ziele genutzte Infrastruktur wurde neutralisiert«. 25 Wohnungen seien durchsucht, große Mengen Bargeld, darunter 426 Millionen Rubel, 600.000 Dollar und eine halbe Million Euro, sowie 20 Luxusautos seien beschlagnahmt worden.

»REvil« ist eine der berüchtigtsten Hacker-Gangs, die mit sogenannten Ransomware-Angriffen Geld erpressen. Dabei werden die Daten der Opfer, darunter Behörden und Unternehmen, verschlüsselt und ihre Systeme so lahmgelegt. Anschließend fordern die Kriminellen Lösegeld zur Freigabe der Daten. Nach Angriffen von »REvil« mussten Supermärkte in Schweden schließen, in Deutschland hatte es mindestens drei IT-Dienstleister und deren Kunden erwischt, in Neuseeland mehrere Schulen und Kindergärten . Vom Fleischfabrikanten JBS hatten die Kriminellen nach einem Angriff elf Millionen Dollar in Bitcoin erpresst.

Die US-Regierung hatte für Hinweise, die zur Identifizierung oder Lokalisierung der Schlüsselfiguren führen, eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgelobt. Eine anonyme Quelle aber sagte Interfax nun, dass die Verdächtigen mit russischer Staatsangehörigkeit nicht an die USA ausgeliefert würden.

Bereits im Sommer 2020 war die Website der Gruppe über Nacht aus dem Netz verschwunden. Schon damals war spekuliert worden, ob US-amerikanischen oder russischen Behörden ein Schlag gegen die Gruppe gelungen sei.

hpp/Reuters

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