Deutsche Sportler ausgespäht Generalbundesanwalt startet Ermittlungen gegen russische Hacker

Deutsche Ermittler gehen gegen die Hackergruppe "Fancy Bear" vor. Die mutmaßlich russischen Hacker sollen Daten deutscher Sportler ausgespäht haben.

Das Logo der Welt-Doping-Agentur (World Anti-Doping Agency, WADA), bei einer Veranstaltung im polnischen Kattowitz
Irek Dorozanski/ AFP

Das Logo der Welt-Doping-Agentur (World Anti-Doping Agency, WADA), bei einer Veranstaltung im polnischen Kattowitz

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Der Hackerangriff auf die Welt-Doping-Agentur Wada im Jahr 2016 hat ein juristisches Nachspiel in Deutschland. Generalbundesanwalt Peter Frank hat nach SPIEGEL-Informationen in dem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren wegen "geheimdienstlicher Agententätigkeit " eingeleitet.

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Hintergrund ist, dass bei dem Angriff vor drei Jahren auch die bei der Wada hinterlegten Daten deutscher Sportler, etwa von Tischtennisprofi Timo Boll oder Speerwerferin Christina Obergföll, ausgespäht wurden. Die Ermittler schreiben den Angriff der Hackergruppe APT28 zu, auch bekannt unter dem Namen "Fancy Bear".

Die Gruppe wird dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugerechnet. Auf das Konto der Hacker sollen weltweit zahlreiche Angriffe auf hochrangige Ziele gehen. In Deutschland werden ihnen unter anderem die Attacke auf den Deutschen Bundestag 2015 sowie Angriffe auf politische Stiftungen und Medien vorgeworfen. Bei dem Angriff auf die Wada hatten die Hacker Daten über Dopingkontrollen zahlreicher Athleten entwendet.

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insgesamt 4 Beiträge
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ronald1952 15.11.2019
1. Wie wäre
es denn mal damit das der Bundesstaatsanwalt endlich Ermitlungen gegen Rechte Extremisten bei uns aufnimmt? Die Russischen Hacker wird Er so oder so nicht in einen Gerichtssaal bekommen, aber vielleicht ist das so gewollt dann braucht man niemanden ins Angesicht zu sehen! schönen Tag noch
Paul Max 15.11.2019
2. Gibt es da was auszuspähen?
Oder gar zu verheimlichen? Ich dachte die WADA-Daten sind öffentlich verfügbar, oder zumindest für interessierte Medien und Sportverbände abfragbar? Und wie schon in Beitrag 1gefragt, hat die Bundesanwaltschaft kein anderes Problem, als gegen eine möglicherweise (nix genaues weiß man nicht) russische, vielleicht auch geheimdienstlich geförderte Hackergruppe zu positionieren?
alternativlos 16.11.2019
3. Es braucht mehr Mut...
...und eine führende Staatsanwaltschaft zwischen den konkurrierenden Sicherheitsbehörden, die auch klare Grenzen ziehen, wenn der Mensch denunziert werden. Weiterhin Alles Gute
juba39 17.11.2019
4. Ja wie denn nun!
Der Generalbundesanwalt ermittel. So So. Gab es nicht kürzlich einen Riesenskandal um das sog. Nike-Project? Kurioserweise benennt man da die ersten Informationen als von Fancy Bear stammend. Eine andere Veröffentlichung, ebenfalls von Fancy Bar stammend, verschwand allerdings sehr schnell in der Versenkung. Auf dem Höhepung der "Russland- Staatsdopingaffäre" wurden 1400(!) Namen westlicher Sportler genannt, die mit einem "Attest" verbotene Mittel einnehmen durften. Und, obwohl laut Attest ja eigentlich krank, bei WM und Olympia Medaillen gewannen. Ist es DAS was die Staatsanwälte so stört? Die Peinlichkeit mit dem aus Lettland stammenden Meldonium ist auch nur noch Insidern geläufig. Und immer wieder ist es Fancy Bear, die die Übeltäter beim Mausen erwischt. Wie schon oben erwähnt, EIGENTLICH sollten alle Dopingtests öffentlich für alle Sportverbände zugänglich sein.
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