Initiative Europe-v-Facebook 20.000 Unterstützer für Sammelklage gewonnen

Die Initiative Europe-v-Facebook hat mit einer Sammelklage gegen Facebook offensichtlich einen Nerv getroffen. Nach wenigen Tagen soll die Klage über 20.000 Unterstützer haben. Für jeden Beteiligten sollen 500 Euro erstritten werden.
Facebook-Logo: Sammelklage von Datenschützern geplant

Facebook-Logo: Sammelklage von Datenschützern geplant

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Das Team um den Österreicher Max Schrems lässt im Kampf um Datenschutz und Privatsphäre nicht locker. In der vergangenen Woche hat die Initiative Europe-v-Facebook  beim Handelsgericht Wien eine Sammelklage gegen Facebook eingereicht, mit dem Vorwurf, dass das soziale Netzwerk gegen eine Vielzahl von Datenschutzbestimmungen verstößt.

Derzeit steige die Zahl der Unterstützer sprunghaft an, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der Initiative. Bis zu 7000 Teilnehmer würden sich pro Tag eintragen, aktuell gebe es über 20.000 Unterstützer aus mehr als hundert Ländern. Der Großteil stamme dabei aus Deutschland, Österreich und sonstigen europäischen Ländern.

Bei den Unterstützern soll bald aber bei eine Grenze erreicht sein, bei 25.000 mitklagenden Facebook-Mitgliedern ist Schluss. "Wir müssen jetzt aber relativ früh eine Grenze setzen, weil wir diese Abtretungen ja auch einzeln prüfen und verwalten müssen", heißt es in der Mitteilung, die als PDF  online steht. Interessenten könnten sich nach Erreichen der 25.000 Unterstützer aber weiter auf fbclaim.com  registrieren. Sie sollen bei einer möglichen weiteren Ausdehnung bevorzugt behandelt werden.

Es geht um eine symbolische Entschädigung

Die Klage hat das Ziel, für jeden Beteiligten eine symbolische Entschädigungssumme von 500 Euro zu erstreiten. Das Verfahren richtet sich gegen den europäischen Zweig des Netzwerks mit Sitz im irischen Dublin. Kritisiert werden angebliche Verstöße Facebooks gegen europäische Datenschutzrichtlinien. So sollen die Netzwerkverantwortlichen unter anderem die NSA bei Überwachungsprogrammen wie Prism unterstützt haben und den Geheimdienstlern Zugriff auf Nutzerdaten gewährt haben.

Facebook bestreitet diese Vorwürfe und betont regelmäßig, stets im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen zu handeln.

Datenschutzaktivist Schrems sagte der Nachrichtenagentur Reuters, den Teilnehmern der Aktion gehe es nicht primär ums Geld. Einige würden sogar Beträge spenden: "Es tut gut zu sehen, dass es für die meisten nicht ums Geld geht, sondern darum, in der Sache voranzukommen."

Europe-v-Facebook geht seit Jahren gegen Facebook vor. So erstritt Max Schrems bereits vor Jahren unter anderem die Herausgabe der vom Netzwerk über ihn gespeicherten Daten. Im aktuellen Fall rechnet Schrems bis zum Ende des Jahres mit dem Beginn der Verhandlung .

meu