Ehrung für Eduard Khil Ein eigener Platz für den Trololo-Mann

Bald gibt es einen Trololo-Platz: Die Stadt Sankt Petersburg ehrt ihren prominenten Bürger Eduard Khil, der weltweiten Ruhm erlangte, als das Video eines seiner Auftritte einmal quer durchs Internet gereicht wurde. Der Khil-Platz liegt in höchst prominenter Nachbarschaft.

Sänger Eduard Khil: Sein Song besteht aus den Silben "Trololo", "Hahaha" und "Lalala"

Sänger Eduard Khil: Sein Song besteht aus den Silben "Trololo", "Hahaha" und "Lalala"


Sankt Petersburg - Über drei Jahrzehnte wohnte der russische Sänger Eduard Hill, bekannt auch als der Trololo-Mann, im Zentrum von Sankt Petersburg. Vier Monate nach seinem Tod Anfang Juni ehrt Hills Heimatstadt den Sänger nun: Ein kleiner Platz in der historischen Innenstadt soll in Zukunft Khils Namen tragen.

Die entsprechende Entscheidung habe die zuständige Kommission der Stadt Sankt Petersburg auf Drängen der Stadtväter getroffen, berichtet die Tageszeitung "Iswestija". Khil sei "keinem Petersburger Bürger gleichgültig, ganz unabhängig von der politischen Färbung", sagte Vize-Gouverneur Wasilij Kitschedschi.

In Russland war Eduard Khil als Sänger ohnehin bekannt, rund 20 Jahre nach dem Ende seiner Karriere wurde er internetweit wegen eines YouTube-Videoszum Star. Der Ende 2009 veröffentlichte Clip zeigt einen alten Auftritt von Khil in Schweden, wo er das Lied "Ich bin so froh, dass ich endlich nach Hause komme" vortrug - allerdings ohne den Text.

Denn es war das Jahr 1976, und die Geschichte von einem Cowboy, der nach Hause reitet, wäre für die Zensoren der damaligen Sowjetunion wohl zu amerikanisch gewesen. So erklärte es Khil später selbst. Also sang er "Trololo", "Tralalala" und "Hahahaha", nach einer russischen Tradition namens Vokaliz, einer Art Pendant zum Scat.

Bei dem kleinen Platz handelt es sich um eine Grünanlage in der Scherbakow-Gasse, die an die Mauern des ehemaligen Wohnhauses des Sängers grenzt. Die Entscheidung der Stadtverwaltung fiel allerdings nicht einstimmig aus. Zwei Kommissionsmitglieder enthielten sich. Sie hielten die Initiative für unangemessen, da "seit dem Tod des Sängers erst vier Monate vergangen" seien, so die "Iswestija".

Die Scherbakow-Gasse liegt zwischen der Rubinstein-Straße - benannt nach dem 1894 verstorbenen Komponisten Anton Rubinstein - und der Metro-Station Dostojewskaja, die den Namen des berühmten russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewskij trägt. Zur Auswahl stand nach Angaben der Zeitung auch eine bislang namenlose Straße in einem nördlichen Außenbezirk der Fünf-Millionen-Metropole sowie ein Park. Allerdings habe man dann doch "dem historischen Zentrum, das Eduard Anatoljewitsch so liebte", den Vorzug gegeben, so die Zeitung.

Khils Ehefrau zeigte sich erfreut über die Entscheidung. Zwar komme die Entscheidung "vermutlich nach irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten sogar zu früh", so Soja Khil. In der westrussischen Stadt Smolensk aber habe man bereits Khils ehemalige Schule nach dem Sänger benannt. "Man muss das doch tun, solange die Eltern der Kinder sich an ihn erinnern", so die Ehefrau des Sängers. Später dann werde die Erinnerung "von den Generationen weitergegeben".

beb



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