Schleichwerbe-Vorwürfe Fünf Fragen an Christoph Berger

Der Blogger Sascha Pallenberg beschuldigt Onlinekosten.de, die Betreiber des Blogs BasicThinking, kleinere Blogs für Schleichwerbemaßnahmen angeheuert zu haben. Onlinekosten-Chef Christoph Berger widerspricht den Vorwürfen im Interview mit SPIEGEL ONLINE.
Christoph Berger: Chef von Onlinekosten.de, Betreiber von BasicThinking.de

Christoph Berger: Chef von Onlinekosten.de, Betreiber von BasicThinking.de

SPIEGEL ONLINE: Hat BasicThinking anderen Blogs Offerten über bezahlte Backlinks gemacht?

Christoph Berger: Als Betreiber mehrerer redaktioneller Angebote im Internet erhalten wir fortwährend Anfragen bezüglich Linkkauf, Linktausch und Linkvermietung. Diese Anfragen haben wir lange nicht bedient. Später aber haben wir eine Vermittlerrolle zwischen den Unternehmen, die sich für Linkbuilding interessieren, und Bloggern, die Linkbuildingmaßnahmen durchführen möchten, eingenommen.

Die Idee war, diese immer wieder vorkommenden Anfragen von seriösen, großen Unternehmen an uns zu bündeln und an interessierte Blogger weiterzugeben. Unsere Blog-Partner fanden diese Idee sehr gut, da sie selbst meist ausschließlich Link-Anfragen von kleinen und kleinsten Internet-Projekten bekommen. Weil wir von unseren Partnern sehr viel positives Feedback für unser Linkbuilding-Projekt erhalten haben, haben wir begonnen, weitere Kunden und Blogger proaktiv zu akquirieren.

SPIEGEL ONLINE: Was wurde konkret angefragt?

Berger: Unsere Partner-Firmen haben sich immer nur für Keyword-Links interessiert, niemals für komplette Beiträge oder für spezielle verkaufsfördernde Maßnahmen. Auch die Anzahl der Klicks auf die Links hat unsere Partner nie interessiert. Das Ziel war ausschließlich, Linkbuildiung zu betreiben.

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass der Vertrag eine strafbewehrte Vertraulichkeitsklausel enthält?

Berger: Wie man einem veröffentlichten Vertrag  entnehmen kann, enthält dieser Vertrag eine Vertraulichkeitsklausel. Wir erachten die Vertraulichkeit bei einer engeren Zusammenarbeit mit Partnern als normal und selbstverständlich. Viele Blogger, mit denen wir gesprochen haben, sahen und sehen das genauso. Um diese Klausel bewusst zu betonen wurde auch eine Vertragsstrafe von 5.001 Euro mit aufgenommen.

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass Sie versuchten, Blogger eigens auf bestimmte Kunden zugeschnittene Artikel produzieren zu lassen?

Berger: Die Partnerunternehmen der onlinekosten.de GmbH waren niemals, wie es fälschlicherweise von einigen Seiten hieß, an Schleichwerbung oder - wie auf meedia behauptet - an gekauften Beiträgen interessiert. Im Gegenteil: Derartige Postings waren ausdrücklich in keinster Weise erwünscht. Unsere Partner waren ausschließlich an Linkbuilding interessiert.

SPIEGEL ONLINE: Was genau sollten die Blogger als Gegenleistung erbringen?

Berger: Die Blogger haben eine Vielzahl an Keywords von unterschiedlichen Firmen von uns erhalten. Dann sollten und mussten sie selbst entscheiden, ob sich unter den angebotenen Keywords und Firmen Kombinationen finden, die für ein eigenes Posting inhaltlich passend sind. Wenn dies der Fall war, konnte man durch die Verlinkung eines Keywords eine Vergütung erhalten.

Der Vertrag verpflichtet die Blogger auch absichtlich nicht dazu, eine Mindestzahl an Links in einem bestimmten Zeitraum zu setzen. Jegliche Entscheidung hinsichtlich eventuell verwendeter Keywords liegt also immer alleine beim Blogger, wir haben nur verschiedene Keywords unterschiedlicher Unternehmen angeboten. Eine inhaltliche Einflussnahme auf Blogs, Blogger oder Blog-Postings ist weder durch uns noch durch unsere Kunden erfolgt.

Die Fragen stellte Frank Patalong