Internetshopping Online-Schnäppchen gelten künftig in der ganzen EU

Händler in der Europäischen Union müssen ihre Produkte künftig auch ins EU-Ausland verkaufen. Kunden können dann einfacher nach günstigen Angeboten in anderen Staaten suchen.

Smartphone mit Einkaufswagen
DPA

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Die Schnäppchenjagd im Internet wird für EU-Bürger einfacher. Ein neues Regelungspaket soll die Rechte von Kunden stärken. So wird es Händlern künftig nicht mehr möglich sein, ausländische Käufer von ihren Angeboten auszuschließen, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit.

Als ein Beispiel nannte die Brüsseler Behörde den Fall eines belgischen Kunden, der über eine deutsche Website einen günstigen Kühlschrank erwerben will. Ihm darf der Kauf künftig nicht mehr verweigert werden. Stattdessen muss der Händler dem ausländischen Kunden die Möglichkeit anbieten, das Produkt abzuholen oder den Transport zu organisieren - wenn er es nicht selbst ins Ausland schicken will.

Zudem wird es zum Beispiel Freizeitparks wie dem Disneyland Paris nicht mehr erlaubt sein, deutsche Kunden dazu zu zwingen, ihre Eintrittskarten auf der deutschen Website des Unternehmens zu kaufen. Kunden könnten die Tickets künftig zum Beispiel auch auf der französischen Website erwerben, wenn diese dort günstiger sind.

"Diskriminierung beim Onlineshopping"

Auf das neue Regelungspaket einigten sich nach Angaben der EU-Kommission Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten sowie Vertreter der Europaparlaments und der Kommission. Es soll bis Ende kommenden Jahres in Kraft treten.

"Heute haben wir einen Schlussstrich unter die ungerechtfertigte Diskriminierung beim Onlineshopping gezogen", kommentierte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizekommissionspräsident Andrus Ansip. Die Zeiten, in denen ausländische Kunden geblockt oder auf andere Seiten umgeleitet würden, seien damit vorbei.

Über die Pläne für eine neue Regelung wurde bereits Mitte 2016 berichtet. Die EU wollte damit gegen die "künstliche Marktsegmentierung zum Schaden von Kunden" vorgehen.

dpa/mei

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insgesamt 34 Beiträge
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DerBlicker 21.11.2017
1. das wurde auch Zeit
Es verträgt sich nicht mit einem Binnenmarkt wie der EU ("Single market"), wenn Kunden nicht dort kaufen könne wo sie wollen.
Alberich 21.11.2017
2. Quellen...
scheinen heutzutage unnötig zu sein. Man muss wohl leider ungeprüft glauben was geschrieben steht. Schade, ich würde mich gerne mit dem Thema aus beruflichen Gründen intensiver beschäftigen.
multyy 21.11.2017
3. verpflichtet zum Verkauf
Ist das Angebot im online Shop eine Anpreisung, die der Kunde akzeptiert und der Händler dann ebenfalls. Dann steht es doch jedem Händler frei an wen er verkauft? Oder nicht? Ich kann doch dem Verkauf als Händler auch nicht zustimmen falls ich nicht ins Ausland verkaufen will. Da muss doch dann von Gesetzgeberseite im deutschen HGB ne Menge geändert werden.
Alberich 21.11.2017
4.
Zitat von multyyIst das Angebot im online Shop eine Anpreisung, die der Kunde akzeptiert und der Händler dann ebenfalls. Dann steht es doch jedem Händler frei an wen er verkauft? Oder nicht? Ich kann doch dem Verkauf als Händler auch nicht zustimmen falls ich nicht ins Ausland verkaufen will. Da muss doch dann von Gesetzgeberseite im deutschen HGB ne Menge geändert werden.
Nachdem ich mich in meinem Kommerntar über die fehlende Quellenangabe beschwert habe, habe ich hier eine Veröffentlichung des Parlaments gefunden, in der auch genau auf ihre Frage eingegangen wird: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-4781_en.htm Genau heißt es da: "The Regulation does not impose an obligation to sell and does not harmonise prices. [...]" - Übersetzt: Die Verordnung ist keine Verpflichtung zum Verkauf oder zur Harmonisierung der Preise. Weiter heißt es, dass die Verordnung darauf abzielt, Diskriminierung dort zu unterbinden wo sie nicht objektiv begründet werden kann.
frummler 21.11.2017
5. verstehe ich nicht wirklich?
wenn ein verkäufer kein interesse hat etwas ins ausland zu verkaufen darf er also nix mehr im onlineshop anbieten weil mann ihn dann einfach dazu zwingen kann oder wie?
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