Schweden Implantierter Chip soll Wohnungsschlüssel ersetzen

Schlüssel sind lästig. Was liegt da näher, als sie durch einen Mikrochip zu ersetzen? Eine Schwedin hat sich die Technik in die Hand pflanzen lassen. Damit ist sie nicht einmal alleine.

Emilott Lantz mit Funkchip-Wunde: Türen öffnen ohne Schlüssel

Emilott Lantz mit Funkchip-Wunde: Türen öffnen ohne Schlüssel


Die Angestellte eines IT-Beratungsunternehmens hat sich einem Eingriff unterzogen, der womöglich eines Tages so selbstverständlich sein könnte wie ein Tattoo: Die 25-jährige Emilott Lantz aus dem nordschwedischen Umeå ließ sich in der vergangenen Woche einen Mikrochip in die Hand einsetzen. Der soll vor allem dazu dienen, berührungslos Türen zu öffnen.

Denn es sei lästig, so Lantz gegenüber der schwedischen News-Seite "The Local", andauernd viele Schlüssel durch die Gegend zu tragen. Einen Chip mit RFID-Technik auf diese Weise als Hilfsmittel und Ersatzschlüssel zu benutzen, sei nicht mehr Zukunftsmusik. "Das ist die Gegenwart. Ich finde es seltsam, dass es so etwas nicht schon früher gegeben hat", so Lantz.

Freunde und Familie hätten unterschiedlich reagiert. Manche würden ihre Idee für verrückt halten, andere fänden den Chip in der Hand "cool". Die schwedische "Biohackergruppe" BioNyfiken erklärte, es gebe in dem Land schon rund Hundert Menschen mit RFID-Implantat. Die Bevölkerung habe technischen Neuerungen eben schon immer aufgeschlossen gegenübergestanden.

Das Konzept von eingepflanzten Mikrochips wird schon seit längerem benutzt. Allerdings handelt es sich dabei zumeist um gechipte Haustiere, die mit diesem Hilfsmittel ihr Leben lang leichter zu identifizieren sind. Der Chip in der Hand stellt im Vergleich dazu nur eine Weiterentwicklung dar, er kann als Ersatz für Schlüssel oder Passwörter für Türen oder Computer verwendet werden. Einfach mit der Hand vor dem Lesegerät wedeln - fertig.

Auch Emilott Lantz plant, den reiskorngroßen Chip für den Rest ihres Lebens in ihrer Hand zu tragen. Das sei keine große Sache für sie, Menschen würden ihren Körper schließlich auch sonst dauernd verändern.

meu



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Tevsa 19.11.2014
1. Super für Diebe
Ich würde als Einbrecher mich in umkreis von 10 Meter (soweit strahlen RFID's) mit einem Gerät das den entsprechende Code kopiert - und schwups ist die Wohnung leer. Praktisch heisst nicht sicher.
alternativloser_user 19.11.2014
2. Technikalptraum
In einigen Jahren wird es dann vermeutlich soweit sein, dass jeder Mensch direkt nach der Geburt einen Chip verpasst bekommt auf dem Name, Geburtsort, Geschlecht, Augenfarbe, Blutgruppe, DNA, Personalausweisnummer, Sozialversicherungsnummer etc. gespeichert wird. Und das ganze wird dann natürlich nur zu unserer Sicherheit gemacht und alternativlos sein.
Kurti23 19.11.2014
3.
Und wie kommt die Dame dann bei einem Stromausfall in ihre Wohnung? Was macht sie wenn sie umzieht? Ansich ist die Idee ja ganz gut, aber auch durch den Einwand des ersten Postings hier noch etwas schlecht durchdacht.
Loddarithmus 19.11.2014
4. Und wo einem bisher vielleicht der Schlüssel ...
... geklaut wurde, wird man dann eben die ganze Hand los sein. Ich freu mich drauf!
B.C. 19.11.2014
5.
Zitat von TevsaIch würde als Einbrecher mich in umkreis von 10 Meter (soweit strahlen RFID's) mit einem Gerät das den entsprechende Code kopiert - und schwups ist die Wohnung leer. Praktisch heisst nicht sicher.
1. Passive RFIDs "strahlen" nicht. 2. Arbeiten solche sicherheitsrelevanten RFIDs nicht mit einem einfachen "Code" der kopiert werden kann, sondern per AES-verschlüsselter Datenübertragung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.