Serverabsturz "New York Times" rettet sich zu Facebook

Für mehr als eine Stunde war die Website einer der größten amerikanischen Tageszeitungen am Mittwoch nicht erreichbar. Um weiter publizieren zu können, wich die Redaktion auf Facebook aus - und löste sogleich eine Diskussion um ihre Bezahlschranke aus.

"New York Times": zeitweilig nur auf Facebook präsent

"New York Times": zeitweilig nur auf Facebook präsent


New York - Die Webseite der US-Tageszeitung "New York Times" war am Mittwoch über längere Zeit nicht erreichbar. Um das Medium trotzdem nicht ganz aus dem Netz verschwinden zu lassen, ergriff die Redaktion eine Notmaßnahme und veröffentlichte neue Artikel zeitweilig auf dem sozialen Netzwerk Facebook.

Berichte über einen möglichen Hacker-Angriff bestätigte die Zeitung nicht, sondern vermutete laut einer Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter "interne Probleme" als Grund für den Ausfall.

Später stellte die "New York Times" auf ihrer Internetseite klar: "Der Ausfall trat innerhalb von Sekunden während eines geplanten Wartungs-Updates auf, von dem wir glauben, dass es der Grund war. Wir arbeiten daran, unser Angebot vollständig wiederherzustellen und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten."

Die Internetseite, die zu den beliebtesten Nachrichtenangeboten der USA gehört, war nach etwa anderthalb Stunden wieder erreichbar. Auf Facebook allerdings diskutierten Leser der Zeitung noch lange nach dem Vorfall über eine mögliche Entschädigung für die Kunden. Einige verlangten, dass das Online-Angebot der "New York Times" für einige Zeit komplett gratis verfügbar ist.

Die Bezahlschranke der "New York Times" legt fest, dass man bis zu zehn Artikel pro Monat kostenlos auf der Seite lesen darf. Wer das Angebot darüber hinaus nutzen möchte, soll zahlen.

Allerdings gibt es einige Löcher in dieser Bezahlmauer. Auf eines davon weist die Zeitung auf Facebook in der Debatte über etwaige Entschädigungen selbst hin: Artikel, auf die man durch einen Link auf Facebook stößt, sind immer kostenlos zugänglich. Das ist unabhängig davon, wie viele Texte der Zeitung man im jeweiligen Monat schon gelesen hat.

mak/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
StephanGlatzer 15.08.2013
1. 1,5h keine Nachrichten ... Entzugserscheinungen?
Also ehrlich .. Wer nach Entschädigung schreit wenn mal ne Webseite für 1,5h down ist ... Wenns anderthalb Tage gewesen wären ... Lachhaft.
sappelkopp 15.08.2013
2. Es geht bei der Forderung ...
Zitat von StephanGlatzerAlso ehrlich .. Wer nach Entschädigung schreit wenn mal ne Webseite für 1,5h down ist ... Wenns anderthalb Tage gewesen wären ... Lachhaft.
...sicherlich darum, die Bezahlschranke im Internet abzuschaffen. Um nicht weniger! Schließlich ist ja kaum niemand bereit in unserer Kostenlos-Kultur für Inhalte zu zahlen.
jamesjani 15.08.2013
3.
Es gibt keine Kostenloskultur! Die ist eine Einbildung von Contentmanagern die das Internet und die damit verbundenen Änderungen verpennt haben.
Third eye 15.08.2013
4. Shit egal. Dieses Blatt ist so undemokratisch
geworden und so nutzlos, abschalten für immer!
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