Wegen Belästigung in Meta-Parallelwelt Horizon führt Abstandhalter für Avatare ein

Die Facebook-Mutter Meta kämpft in der digitalen Parallelwelt mit den gleichen Herausforderungen wie in der realen Welt – etwa sexuelle Belästigung. Das Netzwerk Horizon richtet nun Schutzblasen um Avatare ein.
Horizon-Logo auf dem Smartphone: Ärger in der Parallelwelt

Horizon-Logo auf dem Smartphone: Ärger in der Parallelwelt

Foto: Pavlo Gonchar / ZUMA Press Wire / picture alliance

Für Mark Zuckerberg ist es die Zukunft der sozialen Medien: eine als Avatar erlebbare Computerwelt, in der sich Nutzerinnen und Nutzer treffen. Allerdings geht es auch auf digitalen Plattformen nicht ohne Regeln. Darum sieht sich die Facebook-Muttergesellschaft Meta nun zum Handeln gezwungen. Nach Beschwerden über Belästigung in ihrem Virtual-Reality-Netzwerk Horizon wird dort nun eine Mindestabstandsregel eingeführt.

Wenn die entsprechende Funktion aktiviert ist, können sich die digitalen Abbilder der Nutzer – sogenannte Avatare – nicht mehr uneingeschränkt annähern, wie Horizon mitteilte. Dabei gibt es dort bereits eine Anti-Belästigungs-Funktion, welche die Hände eines Avatars verschwinden lässt, wenn dieser versucht, eine andere virtuelle Figur unangemessen zu berühren. Doch das reicht offenbar nicht aus. Zuletzt häuften sich Berichte über Belästigung in dem Netzwerk.

»Innerhalb von 60 Sekunden nach meinem Beitritt wurde ich verbal und sexuell belästigt«, schrieb eine Nutzerin in einem Blog. »Eine schreckliche Erfahrung.«

Nun erweitert Horizon die standardmäßig aktivierte Anti-Belästigungs-Funktion um einen persönlichen Schutzschild um den eigenen Avatar herum. »Wenn jemand versucht, in Ihre persönliche Grenze einzudringen, stoppt das System seine Vorwärtsbewegung, sobald er die Grenze erreicht«, erklärte Horizon-Vizepräsident Vivek Sharma.

Meta hat sich zum Ziel gesetzt, ein virtuelles Universum zu schaffen, in dem die Grenzen zwischen der physischen und der digitalen Welt verschwimmen. Facebook-Gründer Zuckerberg spricht von einem »verkörperten Internet«, statt Inhalte nur anzusehen, sollen Nutzer durch ihre Avatare in dieser digitalen Welt drin sein.

Horizon ist ein weiterer Schritt in diese Richtung: Seit Dezember können sich dort Nutzer aus den USA und Kanada in Form von Avataren virtuell treffen, Spiele spielen und ihre eigene virtuelle Welt bauen.

Auch Microsoft ist ins Rennen ums attraktivste Metaversum eingestiegen. So kündigte der Konzern die Übernahme von Activision Blizzard an, dem Hersteller von Spielen wie »Call of Duty« und »Candy Crush«. 68,7 Milliarden Dollar will der Konzern dafür zahlen. Manche Onlinegames gelten schon jetzt als frühe Formen von Metaversen, in die Menschen nicht nur zum Videospielen abtauchen, sondern zum Beispiel auch zum virtuellen Abhängen mit Freunden.

mmq/AFP
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