Shorts YouTube startet seinen TikTok-Konkurrenten in Deutschland

Maximal eine Minute lange Videos im Vertikalformat, vorgeschlagen von einem Empfehlungsalgorithmus: Was TikTok groß gemacht hat, baut YouTube nach. Diese Woche kommt der Dienst nach Deutschland.
YouTube-App: Shorts soll Kreative anlocken

YouTube-App: Shorts soll Kreative anlocken

Foto: Fabian Sommer / dpa

YouTube beschleunigt die Expansion seines TikTok-Konkurrenzangebots Shorts und bringt es in diesem Zuge auch nach Deutschland. Shorts werde nun in mehr als 100 Ländern eingeführt, kündigte die Google-Videoplattform am Montag an. Bis Mittwoch soll die Betaversion von Shorts hierzulande allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stehen. Bisher war der im vergangenen Jahr vorgestellte Dienst in 26 Ländern verfügbar.

Wie beim Vorbild TikTok werden die Videos bei YouTube Shorts im Vertikalformat abgespielt, von einem Empfehlungsalgorithmus vorgeschlagen, und man gelangt mit einer Wischbewegung nach oben zum nächsten Clip.

YouTube hofft zugleich auf einen Vorteil durch die weitreichenden Deals mit der Musikbranche: Dadurch ist es den Nutzerinnen und Nutzern möglich, ihre Kurzvideos mit Musik zu unterlegen. Bisher dürften Shorts-Kreative »Millionen von Songs« und die Musikkataloge von mehr als 250 Labels und Verlagen nutzen, weitere Songs sollen hinzukommen. Auch an Monetarisierungsoptionen arbeitet YouTube nach eigenen Angaben . Das Unternehmen will Kreative anlocken, indem es ihnen die Möglichkeit bietet, mit Shorts Einnahmen zu erzielen.

6,5 Milliarden Abrufe pro Tag verzeichnet Shorts bereits

Mit dem neuen Format hat YouTube bereits Anfangserfolge erzielt. Bei der Vorlage der Google-Zahlen zum ersten Quartal hieß es, die Clips von YouTube Shorts kämen inzwischen auf 6,5 Milliarden Abrufe pro Tag. Sie können – wie ursprünglich bei TikTok – maximal eine Minute lang sein. TikTok hingegen will das Limit auf drei Minuten erhöhen.

TikTok, das zum chinesischen Konzern ByteDance gehört, hat stark an Popularität gewonnen. Bereits im vergangenen Sommer hatte Facebooks Instagram einen Klondienst unter dem Namen Reels  gestartet. Später versuchte der damalige US-Präsident Donald Trump, ByteDance mit der Androhung eines Verbots in den USA zum Verkauf des TikTok-Geschäfts außerhalb Chinas an amerikanische Investoren zu zwingen. Der Plan wurde jedoch durch die Einführung neuer Exportregeln für Software in China und amerikanische Gerichte torpediert.

pbe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.