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07. November 2014, 01:21 Uhr

Drogenplattform

FBI schnappt mutmaßlichen Betreiber von Silk Road 2.0

Er soll die berühmte Online-Drogenbörse Silk Road geklont haben: Das FBI hat den mutmaßlichen Betreiber des Nachfolgers Silk Road 2.0 festgenommen. Der 26-Jährige habe mit der Plattform jeden Monat 400.000 Dollar verdient, so die Staatsanwaltschaft.

San Francisco - Auftragskiller, Heroin, Kokain: Bei der berüchtigten Handelsplattform Silk Road konnte man so ziemlich alles bestellen, was verboten war. Nachdem das FBI 2013 den Betreiber Ross U. verhaftet und die Seite vom Netz genommen hatte, dauerte es nur knapp fünf Wochen bis ein Nachfolger auftauchte: Silk Road 2.0.

Nun, ein Jahr nach dem Launch, schlug das FBI erneut zu: In San Francisco nahmen sie am Mittwoch einen 26-Jährigen fest. Blake B. soll hinter dem Pseudonym "Defcon" stecken und der Administrator von Silk Road 2.0 sein. Er habe schon ein entsprechendes Geständnis abgelegt, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Staatsanwältin Kathryn Haun.

Der junge Mann habe sich der Verschwörung zu Drogenhandel und Geldwäsche schuldig gemacht, so die Anklage. Außerdem soll er in Computer-Hacking und Urkundenfälschung verwickelt gewesen sein. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Laut Staatsanwaltschaft waren auf Silk Road 2.0 mehr als 100.000 Nutzer aktiv, um anonym mit Drogen und anderen verbotenen Gütern und Dienstleistungen zu handeln. Blake B. soll im Monat mit der Plattform 400.000 Dollar verdient haben: Bei jeder Transaktion kassierte er Gebühren. Die Seite war nur über das Anonymisierungsnetzwerk Tor zu erreichen, seit der Festnahme des 26-Jährigen ist sie offline.

70.000 Dollar Anzahlung für Elektroauto - in Bitcoin

Blake B. wurde laut AP einen Tag nach seiner Festnahme einer Richterin vorgeführt. Der Programmierer habe einen Kapuzenpulli getragen, mit der Aufschrift "Internet Better" auf dem Rücken. Das US-Magazin "Forbes" berichtet, B. habe Anfang des Jahres einige Monate für SpaceX, das Raumfahrt-Unternehmen des Tesla-Gründers Elon Musk, gearbeitet. Für sein Elektroauto Tesla Model S habe er 70.000 Dollar in Bitcoin angezahlt.

Es bestehe akute Fluchtgefahr, argumentierte Staatsanwältin Haun vor Gericht. B. besitze mehrere gefälschte Ausweise, zudem habe man in seiner Wohnung 100.000 Dollar in bar gefunden. Richterin Jacqueline Scott Corley folgte dieser Auffassung: B. bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Am Freitag soll über eine mögliche Freilassung auf Kaution entschieden werden.

Der Betreiber von Silk Road 2.0 hatte viel Energie in die Plattform gesteckt: Als die Seite im Februar Ziel einer Hacker-Attacke wurde, bei der die Täter Bitcoin im Wert von damals knapp zwei Millionen Euro erbeuteten, tauchte er nicht unter, sondern schloss die Sicherheitslücke - und erstattete den Nutzern ihre verlorenen Bitcoin durch den Verzicht auf die sonst bei jeder Transaktion anfallende Gebühr.

mia/vet/AFP/AP

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