Simulationen Computer warnt vor Bürgerkrieg

Rund um die Uhr hält ein Rechner Wacht über die Weltlage. Droht irgendwo Bürgerkrieg, schlägt er Alarm ­ und das schon Monate im Voraus.

Ein Programm namens "Conflict Barometer", entwickelt von zwei US-Forschern, frisst sich dafür jeden Tag durch Tausende von Reuters-Agenturmeldungen. Ein Modul zur Satzanalyse erfasst grobschlächtig den Sinn und sortiert die Nachrichten in rund 200 Kategorien. Aus der statistischen Verteilung kalkulieren Experten dann für jedes gewünschte Land die Anteile von Bürgerprotesten, repressiven Maßnahmen der Regierung und Ausbrüchen offener Gewalt.

Am Ende weist der Rechner jedem Land einen Wert für dessen Konfliktpotenzial zu. 100 bedeutet eherne Stabilität, null dagegen Chaos. Die Vereinigten Staaten lagen bis zum 11. September um die 98 Punkte, während Sri Lanka maximal 60 erreichte. Von 85 Punkten abwärts wird die Lage schon kritisch. Zur Probe ließen die Forscher sieben Länder über ein Jahrzehnt hinweg nachträglich durchforsten.

Das Konfliktbarometer prophezeite sowohl den Bürgerkrieg in Algerien als auch die Rückkehr Perus zu leidlicher Stabilität ­ und zwar schon sechs bis neun Monate im Voraus. Zurzeit kommen Pakistan und Tadschikistan auf bedenkliche Werte: Beide Länder schlingern am Rande der Instabilität.

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