Haussteuerung per iPhone (hier eine tado-App für Klimaanlagen): Apples i-Geräte im Internet der Dinge
Foto: Tado° Gmbh/ dpaApples Mobilgeräte iPhone und iPad könnten bald noch stärker in unseren Alltag eingebunden sein. Das legt ein Bericht der US-Wirtschaftszeitung "Financial Times" nahe, der sich auf Informationen von Insidern beruft. Demnach will der US-Konzern auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC (2. bis 6. Juni, San Francisco) eine neue Software-Plattform vorstellen, die es Drittanbietern erlaubt, ihre Heimsteuerungsprodukte mit Apples Mobilgeräten zu vernetzen. Die iPhones und iPads könnten dann als Fernsteuerung etwa für die Heizung, die Rollläden und die Beleuchtung am und im Haus dienen.
Auf Messen wie der Ifa, CES und Cebit von Herstellern gezeigte Szenarien beschäftigten sich häufig mit Automation - Hausbeleuchtung und Heizung schalten sich zum Beispiel auf voreingestellte Werte ein, wenn Sensoren anzeigen, dass ein bestimmter Bewohner das Haus betritt. Eine Rolle könnte hier auch Apples Indoor-Navigationskonzept iBeacon spielen. Damit lassen sich zum Beispiel per Bluetooth-Funk durch die Anwesenheit eines Smartphone-Trägers Wassertemperatur und Hintergrundmusik im Badezimmer steuern. Wichtiger als solche Spielereien sind aber die möglichen Energie-Sparpotenziale, die eine smart gesteuerte Heizungsanlage ermöglicht. Ein Beispiel wie so etwas funktionieren kann, ist die Heizungssteuerung per App, wie sie die deutsche Firma tado anbietet.
Ein Einstieg Apples in die Welt des sogenannten Internets der Dinge käme nicht überraschend. Schließlich haben die Rivalen Google mit dem Kauf des Thermostatherstellers Nest Labs und Samsung mit Waschmaschinen, die sich per Smartphone steuern lassen, in diesem Jahr schon vorgelegt.
Dass Apple hinterherhinkt, folgt daraus nicht: Schließlich bietet der Konzern in seinem deutschen Online-Shop schon seit längerem einen Bereich "für dein Zuhause" an. Dort gibt es von netzwerkfähigen LED-Leuchten über drahtlose Pflanzen-Wachstumssensoren bis zu Bewegungsmeldern und Überwachungskameras etliches Smart-Home-Zubehör.
Das Angebot wächst stetig: In den USA bietet Apple auch Thermostate von Nest Labs an. Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES im Januar verkündete das chinesische Unternehmen Haier, als erster Hausgerätehersteller für eine Klimaanlage Apples MFi-Zertifizierung (Made for iPhone/iPod/iPad) erhalten zu haben: Die soll die reibungslose Steuerung durch die i-Mobilgeräte sicherstellen - und zusätzliche Umsätze sichern. Heizanlagen und andere Hausgeräte werden laut Haier folgen.
Wie kurz vor Veranstaltungen wie der WWDC üblich, kommentierte Apple den Artikel der "Financial Times" nicht.
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Die Heizung: Solche Geräte dürften besonders von den Möglichkeiten einer intelligenten Heizungssteuerung profitieren. Dieses Modell ist noch mit relativ schlichter Technik ausgestattet. Die eingebaute Steuerung entspricht einer simplen Zeitschaltuhr.
Die Anleitung: 95 Prozent der Tado-Kunden installieren die Hardware selbst, sagt die Firma. Ein generelles Handbuch gibt es wegen der vielen Heizungstypen nicht. Stattdessen wird man online durch die Installation geführt.
Anschlussskizze: Für jede unterstützte Heizung wird detailliert erklärt, wie man an die nötigen Anschlussklemmen herankommt und wo man die Kabel der Tado-Box anschließen soll. Bei unserem Test klappte das leider nicht problemlos.
Fehlerteufel: Weil zwei Anschlussbezeichnungen in der Anleitung nicht korrekt waren, schaltete sich die Heizung ab, nachdem die Tado-Box mit ihnen verbunden war. Dieses Foto der Anschlussklemmen (grün) ließ die Support-Techniker den Fehler schnell finden und korrigieren.
Das schafft man: Die drei Kabel, die man an die Heizung angeschlossen hat, werden mit Aufklebern markiert und in der Halterung der Tado-Box festgeschraubt.
Where the magic happens: Die Elektronik der Tado-Box ist letztlich ein Mini-Computer. Positiv: Im Inneren der Box sind der Nutzername und das Passwort für den Online-Zugang zur Box aufgedruckt. Wir haben sie hier unkenntlich gemacht.
Fertig: So sieht die Tado-Box nach erfolgter Montage an der Heizung aus.
Vermittler: Diese kleine Box ist das sogenannte Gateway. Es nimmt per Funk Verbindung zur Tado-Box auf und stellt den Kontakt zum Internet her.
Verbindungen: Das Gateway soll mit einem sehr kurzen Kabel am Internet-Router angesteckt werden, die Stromversorgung erfolgt per USB.
Messzelle: Der Temperaturfühler wird per Solarzelle mit Strom versorgt, kann zur Not auch via Mini-USB aufgeladen werden.
Made in Deutschland: In Anlehnung an die Herstellerhinweise auf Apple-Produkten weist Tado ausdrücklich darauf hin, dass seine Hardware aus inländischer Produktion stammt.
Steuerung per App: Zwar kann man das Tado-System auch über einen Web-Browser steuern, einfacher und sinnvoller ist aber die Kontrolle per Smartphone-App (Android und iOS).
Optionen: In der App lassen sich alle Parameter regeln, die dem Anwender zugänglich sind.
Mitdenken: Wenn nicht alle Haushaltsmitglieder ein Smartphone besitzen (soll es ja geben), kann man per App auch manuell festlegen, wann die Heizung an- und ausgehen soll.
Schon gespart? In die App integriert ist ein Heizkostenrechner, der anhand der bisherigen Abrechnungen kalkuliert, wie viel man durch Tado gespart hat. Hier sind Beispieldaten zu sehen.
Web-Interface: Den besten Überblick über die Aktivität der Tado-Box liefert die Oberfläche im Browser.
Ups, das hätte nicht passieren sollen: Im Test verlor unsere Tado-Box nach etwa zwei Tagen reibungslosen Betriebs regelmäßig den Kontakt zum Internet.
Online - offline: In der Tagesauswertung werden die Offline-Phasen mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Im Offline-Modus behält die Tado-Box die zuletzt genutzte Einstellung bei.
So soll es sein: Im Normalbetrieb markiert die Tado-App mit entsprechenden Symbolen Zeiten, zu denen die Heizung in Heiz- oder Absenkbetrieb geschaltet wurde. Zusätzlich wird der Temperaturverlauf aufgezeichnet.
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