TVs telefonierten nach Hause LG verspricht Schnüffelstopp für Fernseher

Der koreanische Hersteller LG hat eingeräumt, dass einige seiner Smart-TVs Daten zum Sehverhalten ohne Zustimmung des Nutzers weitergeben. Betroffen sind womöglich auch in Deutschland gekaufte Geräte. Nun soll ein Software-Update das Ausspähen stoppen.
LG-Fernseher (Archivbild): Manchmal zu neugierig

LG-Fernseher (Archivbild): Manchmal zu neugierig

Foto: Ethan Miller/ AFP

Smart-TVs unter Spähverdacht: Anfang der Woche hatte ein britischer Entwickler bekanntgemacht , dass sein LG-Fernseher Daten zum Sehverhalten auch dann weitergibt, wenn die entsprechende Funktion in der Menüsteuerung des Geräts ausgeschaltet ist. Auch die Namen von Dateien auf angeschlossenen USB-Speichern soll der Fernseher nach Korea übertragen haben. Unter LG-Kunden sorgte diese Meldung für Aufregung, trotz der Information, dass viele Datenpakete auf tote Server treffen und nur eine Fehlermeldung produzieren.

Jetzt hat LG auf die Vorwürfe reagiert - und sie in einer Stellungnahme weitgehend eingestanden. "Wir haben verifiziert, dass auch bei Abschaltung dieser Funktion durch die Zuschauer weiterhin Informationen zum Sehverhalten weitergegeben werden", heißt es in dem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Anders als bei aktivierter Funktion, die das Sehverhalten zum Zweck personalisierter Werbung und für Programmempfehlungen analysiert, würden die Firmenserver die übermittelten Daten aber nicht speichern.

Ein Software-Update für die betroffenen Fernseher soll die heimliche Datenübertragung nun stoppen: "Derzeit wird ein Firmware-Update zur sofortigen Auslieferung erstellt, das dieses Problem auf allen betroffenen LG Smart TV behebt, so dass bei ausgeschalteter Funktion keine Daten übertragen werden."

"Ein Feature, das niemals fertiggestellt wurde"

Auch die Information darüber, welche Dateien sich auf angeschlossen USB-Speichern befinden, soll künftig nicht mehr weitergegeben werden: Die Übertragung solcher Dateinamen sei Bestandteil "eines neuen, noch in der Entwicklung befindlichen Features" gewesen, "mit dem im Internet nach Daten (Metadaten) gesucht wird, die im Zusammenhang mit der betrachteten Sendung stehen". Dieses Feature sei jedoch "niemals völlig fertiggestellt worden, und es wurden zu keiner Zeit personenbezogene Daten erfasst und aufbewahrt".

Zur Kritik des britischen Entwicklers, dass LG die Daten zum Sehverhalten unverschlüsselt überträgt, hat sich das Unternehmen nicht geäußert. Nach wie vor unklar ist außerdem, welche LG-Geräte betroffen sind. Das Fachmagazin "Heise Security"  konnte die Datenübermittlung zumindest bei einem Testgerät nachweisen. Der Smart-TV mit der Modellnummer 47LA6208 war in Deutschland gekauft worden.

mbö
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