Trotz Datenleck Snapchat lässt Suche nach Telefonnummern weiterlaufen

Die Betreiber des Messengers-Dienstes Snapchat reagieren auf den Hackerangriff und kündigen eine neue Version der App an. Grundsätzlich wollen sie aber nichts an ihrem Dienst ändern. Und auf eine Entschuldigung warten die Mitglieder vergeblich.

SCREENSHOT Snapchat / App / Android / Foto-App

SCREENSHOT Snapchat / App / Android / Foto-App


Nachdem Unbekannte die Telefonnummern von 4,6 Millionen Snapchat-Nutzern im Netz veröffentlicht haben, reagieren die Betreiber des Messenger-Services nun doch auf Berichte über Sicherheitsprobleme ihrer Software. Sie kündigen in einem Blogbeitrag an, in Kürze eine neue Version der iOS- und Android-Apps bereitzustellen. Die Snapchat-Gemeinschaft sei ein Ort, wo Freunde sich dabei wohl fühlen sollen, sich selbst auszudrücken, schreiben die Snapchat-Betreiber. "Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Missbrauch zu verhindern."

Mit der neuen Version sollen die Nutzer künftig die Möglichkeit haben, die sogenannte "Find Friends"-Option zu deaktivieren. Dieses Werkzeug durchsucht automatisch das Telefonbuch eines Smartphones, um dem Besitzer bei Snapchat registrierte Kontakte zu zeigen. Dieser Freunde-Finder ist eine Schwachstelle von Snapchat. Über die entsprechende Schnittstelle ist es Angreifern gelungen, die Telefonnummern von Nutzer aus der Snapchat-Datenbank zu kopieren. Snapchat will aber keineswegs das Werkzeug deaktivieren - es soll standardmäßig weiterhin aktiv sein. Es soll lediglich eine Option geben, den Dienst nachträglich abzuschalten.

In Zukunft will Snapchat auf Warnungen schneller reagieren

Von Problembewusstsein zeugt die Snapchat-Reaktion nicht gerade. Die Mitglieder des Messenger-Dienstes warten vergeblich auf eine Entschuldigung. Snapchat verspricht lediglich, sich in Zukunft noch engagierter den Warnungen von Sicherheitsexperten zu widmen - und nennt eine E-Mail-Adresse, an die Hinweise auf Schwachstellen der App gesendet werden sollen. Man wolle "schnell auf die Anliegen reagieren".

Unbekannte hatten sich Zugang zu den Daten von 4,6 Millionen Mitgliedern des Messengers verschafft und die Datensätze im Netz veröffentlicht. Unter den Daten waren auch die Telefonnummern der Mitglieder, jedoch um die letzten zwei Ziffern gekürzt. Die Hacker hatten bereits vor Monaten davor gewarnt, dass die Daten bequem per Massenabfrage eingesammelt werden können. Die Snapchat-Betreiber haben jedoch nicht auf die Warnungen reagiert.

Vor allem Jugendliche nutzen die Funktionen der App. Mit Snapchat lassen sich Videos und Bilder schicken, die sich selbst löschen, nachdem der Empfänger die Nachricht geöffnet hat. Daher wagen es einige Nutzer auch, delikate Bilder zu schicken. Allerdings hat der Empfänger nach wie vor die Möglichkeit, einen Screenshot anzufertigen.

jbr



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
alangasi 03.01.2014
1. Kost nix
und wem das Ganze nicht gefällt der lässt es. Ich finde es schön wenn nicht jeder auf das endlose Drama Drama reagiert. Die Datenmoralapostel sollen doch irgendein # bei Twitter aufmachen.....
asplenium 03.01.2014
2. Gut Deutsch
In Zukunft auf Warnungen will Snapchat schneller reagieren
teutoniar 03.01.2014
3. "Kostenlos" kann keinen Datenschutz aushebeln
Der Umstand, dass eine Dienstleistung (z.B. Snapchat) kostenlos angeboten wird, kann nicht bedeuten, dass der Dienstleister mit den Daten machen darf, was er will.
hansgustor 03.01.2014
4. ?
Ich verstehe das Problem nicht, auch nichts erklärt im Artikel. Die probieren alle Nummern durch und finden so heraus ob sie aktiv sind, oder? Dafür gibt es genauso einfache andere Methoden. Im schlimmsten Fall wird Spam per Snapchat verschickt, dann verärgern sie ihre Benutzer.
ericstrip 03.01.2014
5. So so, Snapchat...
...habe ich heute gehört und morgen vergessen. "WhatsApp" konnte ich mir immerhin inzwischen merken. Merke: Ein Leben ohne Smartphone ist möglich und den Nutzern solcher "Dienste" ist offenbar alles egal, daher haben sie es auch nicht besser verdient. Punkt. Und haben Jugendliche eigentlich keine Eltern, wenn ihnen die Reife fehlt und sie auf einfache Zusammenhänge schon nicht selbst kommen? Ach stimmt, die Eltern daddeln ja selbst mit dem Zeug rum...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.