Weltall-Spiel "Solar Explorer: New Dawn" Mit der Raumkapsel auf Schlingerkurs

Lust auf Abenteuer im All? Das Spiel "Solar Explorer: New Dawn" verspricht Nervenkitzel mit Raumkapseln. Vor allem seine iOS-Version ist ideal für eine schnelle Mondlandung an der Bushaltestelle.

Dwarf Cavern

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Meteoriten krachen gegen die Hülle, schlagen Löcher in die Seitenwand, die Raumkapsel trudelt. Es sind nur noch wenige Meter bis zum Boden. Um die Geschwindigkeit zu verringern, verfeuern die Triebwerke den letzten Treibstoff. Der Winkel ist steil, doch die Steuerdüsen bringen die Raumkapsel gerade noch rechtzeitig in eine aufrechte Position, um sie etwas holprig auf dem Landeplatz aufzusetzen.

Um solche Momente dreht sich der Raketensimulator "Solar Explorer: New Dawn" für iOSund PC. Darin übernimmt keine Software die Landung, sondern der Spieler selbst. Das ist ein hochemotionales Erlebnis: Man bekommt dabei zumindest eine Idee davon, was in Elon Musk vorgehen mag, wenn er zusieht, wie die Raketen seiner Raumfahrtfirma SpaceX auf winzigen Plattformen landen. Bis zum letzten Moment bleibt es spannend, ob die Raumkapsel nicht doch in einem Feuerball vergeht.

In drei Stufen müssen in "Solar Explorer: New Dawn" Mondfähren auf die Oberfläche gesteuert werden: Zuerst tritt die Rakete in die Atmosphäre ein, man muss die Flugbahn einhalten und Asteroiden ausweichen. Im zweiten Schritt beginnt der Landeanflug mit dem Bremsvorgang. Im letzten und schwierigsten Teil des Spiels muss der Spieler die Raumkapsel austarieren, um aufrecht auf dem Boden zu landen.

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Spiel für iOS und PCs: Das ist "Solar Explorer: New Dawn"

Der große Pluspunkt bei "Solar Explorer: New Dawn" ist neben der beeindruckenden Grafik die Steuerung. Einen Daumen links, einen Daumen rechts auf den Bildschirm pressen - das war's. So einfach lassen sich Steuerdüsen und Raketenschub regulieren. Das haben die norwegischen Entwickler von Dwarf Cavern wirklich gut umgesetzt.

Die Landungen bleiben trotzdem anspruchsvoll, weil die sensible Steuerung viel Fingerspitzengefühl verlangt. Übung bekommt man vor allem dadurch, dass sich der Landevorgang ständig wiederholt.

Letzteres ist allerdings auch ein Nachteil. Die 40 Missionen des Spiels bringen zwar immer wieder knifflige Herausforderungen mit sich. Meteoritenschauer etwa zwingen den Spieler zum Slalomkurs, fiese Wellen beim Anflug werfen die Kapsel aus der Bahn und schwere Nahrungsvorräte bringen die Bremstriebwerke an ihre Belastungsgrenzen. Irgendwann aber fehlt die Abwechslung.

Auch wenn die Rakete neu lackiert und aufgemotzt werden kann, motiviert das Spiel dann nicht mehr so stark wie am Anfang. Es gibt zwar eine Geschichte, in der es darum geht, dass die Ressourcen der Erde aufgebraucht sind und andere Planeten besiedelt werden sollen. Doch die Lieferung von Menschen, Baumaterial und Nahrung ist nicht so spannend, als dass man unbedingt bis zum Schluss dabei bleiben will. Für eine rasche Mondlandung an der Bushaltestelle ist "Solar Explorer: New Dawn" aber ideal.


"Solar Explorer: New Dawn" von Dwarf Cavern, für iOS und PC, ca. 3,50 bis 4 Euro

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Mähtnix 01.06.2019
1.
"Der Winkel ist steil, doch die Steuerdüsen bringen die Raumkapsel gerade noch rechtzeitig in eine aufrechte Position, um sie etwas holprig auf dem Landeplatz aufzusetzen." Wahrscheinlicher ist doch, dass der Winkel zu flach war oder?
Thorkh@n 01.06.2019
2. So ein ...
... Spiel gab es schon zu Zeiten des VC20 bzw. C64. Sah natürlich nicht so hübsch aus, aber "Jupiter Lander" wusste zu fesseln.
DenkenKannHelfen! 02.06.2019
3. Realismus?
"In drei Stufen müssen in "Solar Explorer: New Dawn" Mondfähren auf die Oberfläche gesteuert werden: Zuerst tritt die Rakete in die Atmosphäre ein..." Alles klar, das wars. Mondatmosphäre jetzt, ne. Da bleib ich lieber bei KSP, da gibt's das alles und noch viel mehr, bloß in realistisch.
Fait Accompli 02.06.2019
4. Ksp
Lieber Kerbal Space Program, das ist Kult.
immerlächeln 02.06.2019
5. Arcade 1979 - erst dann Homecomputer :-)
Die Arcade-Hits der 70er Jahre bieten offenbar nachhaltig gute Vorlagen für mobiles Spielen. "Lunar Lander" wurde 1979 von Atari in die Spielhallen gebracht. Die Vektorgrafik dieser Tage ist zeitlos schön, kann aber ohne das besondere Gefühl einer Bildschirmröhre heute nur bedingt als emulierte Version auf modernen Displays nachvollzogen werden. Zunächst wurden diese Spielhallenrenner auf den frühen Homecomputern umgesetzt, wie von einem Foristen erwähnt, heute eben auf Mobiltelefonen: Das ist Qualität!
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