Geleakte Filme Sony greift angeblich Download-Seiten mit Hacker-Methoden an

Sony Pictures geht offenbar mit radikalen Mitteln gegen Download-Portale vor, die bisher unveröffentlichte Filme verbreiten. Hunderte Server in Asien sollen für Gegenangriffe genutzt werden.

Sony-Logo: Filmtochter greift angeblich Hacker an
REUTERS

Sony-Logo: Filmtochter greift angeblich Hacker an


Sony wehrt sich gegen die illegale Verbreitung mehrerer unveröffentlichter Filme: Nach dem Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures legt der Konzern nun offenbar gezielt Download-Portale lahm. Einem Bericht des Tech-Portals "Recode" zufolge versucht Sony, die Downloads mit "Denial of Service"-Attacken zu stoppen. Mit den Angriffen sollen die Server so in Anspruch genommen werden, dass die Nutzer keine Verbindung mehr zu den Plattformen aufbauen können. "Recode" bezieht sich bei dem Bericht auf zwei Personen, die mit der Sache direkt vertraut sein sollen.

Demnach setzt der Konzern Hunderte Rechner in Asien ein, um die Download-Portale in die Knie zu zwingen, auf denen kopiertes Filmmaterial angeboten wird. Dem Bericht zufolge setzt Sony für die Angriffe die Rechenzentren des Onlineversandhändlers Amazon in Tokio und Singapur ein. Das Angebot der Amazon Web Services nutzen unter anderem Onlinekonzerne wie Netflix, Adobe und Pinterest, um ihre Daten auf den Servern zu speichern oder Rechenleistung zu mieten.

Amazon bestreitet jedoch, dass der Webservice an den mutmaßlichen Attacken beteiligt sei. "Die Vorgänge, über die berichtet wird, finden nicht auf den Amazon Web Services statt", sagte eine Amazon-Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Amazon setze mehrere Erkennungs- und Schutzmechanismen ein, um Missbrauch der Server-Kapazitäten zu verhindern, sagt die Sprecherin. Sobald ein Missbrauch bekannt werde und nicht automatisch erkannt werden sollte, dann greife man manuell ein. Sony hat auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE am Freitagvormittag nicht reagiert.

Die Sony-Hacker, die sich Guardians of Peace nennen, hatten bei dem Angriff auf die Sony-Server zahlreiche Dateien kopiert und ins Netz gestellt. Darunter auch einige Filme wie die bisher unveröffentlichte Komödie "The Interview", in dem zwei Journalisten den nordkoreanischen Machthaber töten sollen. Außerdem haben die Hacker interne Dokumente wie Lohnabrechnungen von knapp 7000 Mitarbeitern, Details über Produktionskosten und ein Drehbuch des "Breaking Bad"-Autors Vince Gilligan veröffentlicht.

Den Filmproduzenten Scott Rudin ("The Social Network") hat die Aktion in eine besonders peinliche Situation gebracht: er soll in einer E-Mail im Frühjahr dieses Jahres über die Schauspielerin Angelina Jolie gesagt haben, Er lasse seine Karriere nicht an "einer minimal talentierten, verzogenen Göre" zugrunde gehen. Offenbar hatte Jolie den Wunsch geäußert, einen Film mit ihr als Kleopatra zu drehen.

jbr

insgesamt 3 Beiträge
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dasdondel 12.12.2014
1. Sony
verstopft die Leitungen mit dieser unnötigen Aktion. Unnötig, weil einmal veröffentlichte Dinge sich schnell auf weitere Server verteilen. Es ist praktisch unmöglich einmal kopiertes Material wieder aus dem Netz zu entfernen. Einfach mal zB "Star Wars torrent" bei google suchen und staunen. Wobei ich mich da gleich fragen muss, warum sony nicht versucht google lahmzulegen.
krapfen70 12.12.2014
2. Sony ist bei solchen Sauereien...
...immer ganz vorne mit dabei : Ich erinnere an den fiesen Rootkit, den Sony im Jahr 2005 auf Musik CDs hatte, die haben den Rechner nachhaltig beschädigt und brachten Sony auch ein Klage wegen Zerstörung von Eigentums ein. Wiederun war es Sony, die bei dem FIlm "Avatar" auf BluRay einen neuartigen Kopierschutz packten, es aber noch keine Updates für die Playewr gabe. Mit der Folge, daß für viele Bescvhenke Weihnachten versaut war, weil sie den Film nicht schauen konnten. Lustigerweise schädigt Sony damit immer die ehrlichen Kunden. Dieser Konzern steht bei mir schon lange auf der schwarzen Liste...
spon-facebook-10000311879 12.12.2014
3.
Ich hoffe dass da im gleichen Maße ermittelt wird und Strafen verhängt werden. Wie heißt es so schön: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Auch Selbstjustiz oder Selbsthilfe hat da keinen Platz
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