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Schadsoftware auf dem Smartphone Jeden Tag werden Tausende Opfer von gefährlichen Spam-SMS

Viele Handynutzer tappen in eine SMS-Falle von Onlinekriminellen, zeigen aktuelle Zahlen der Netzbetreiber. Zunehmend verbreiten sich die betrügerischen Nachrichten auch über Messenger wie WhatsApp.
aus DER SPIEGEL 17/2021
Betrug-SMS auf Smartphone: Besonders Android-Nutzer sollten aufpassen

Betrug-SMS auf Smartphone: Besonders Android-Nutzer sollten aufpassen

Foto: Wolf von Dewitz / picture alliance / dpa

Mehrere Tausend deutsche Kunden aller großen Mobilfunkanbieter werden derzeit täglich Opfer gefährlicher Spam-SMS. Allein die Deutsche Telekom verzeichnet im Schnitt 7000 bis 8000 Kunden am Tag, die auf in solchen Textnachrichten enthaltene Links klicken und ihre Telefone mit Schadsoftware infizieren. Die Zahlen gehen aus Analysen von IT-Sicherheitsexperten des Unternehmens hervor, wie ein Telekom-Sprecher auf Anfrage erläuterte.

Die Experten beobachten auch, dass Angreifer in den vergangenen Tagen vermehrt versuchen, die Spam-Nachrichten über Messenger wie WhatsApp oder Telegram zu verbreiten. Häufig geben die Textnachrichten vor, von Paketzustellern zu stammen. Statt zu Informationen über einen Lieferstatus führen die Links Nutzer auf gekaperte Websites, wo Nutzer von Android-Geräten aufgefordert werden, eine gefährliche App herunterzuladen. Diese kapert das Gerät, sodass es selbst Spam-SMS verschickt.

Die Websites erkennen automatisch, ob die Opfer ein Android-Smartphone benutzen und fordern nur in jenem Fall zur Installation der schädlichen Software auf. Die Angreifer versuchen außerdem häufig, Betroffene dazu zu bewegen, persönliche Daten preiszugeben, um diese für weitere Angriffe wie zum Beispiel Kreditkartenbetrug zu missbrauchen. Diese Masche kann auch iOS-Nutzern gefährlich werden.

Das Leak voller Facebook-Daten verschärft die Situation

»Die Täter passen ihre Angriffe an die Lebensgewohnheiten von Kunden in Deutschland an«, erklärt ein Telekom-Sprecher. Unter anderem orientierten sie sich daran, wann ihre Zielgruppe online ist und wahrscheinlich auf Kurznachrichten reagiert. Laut den Sicherheitsanalysten der Telekom stecken hinter den Angriffen Bot-Netze, die unter den Namen MoqHao und Flubot bekannt sind.

Im Vodafone-Netz war im vergangenen Monat ebenfalls eine insgesamt vierstellige Zahl von Kunden betroffen, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Telefónica (O2) spricht von einer niedrigen fünfstelligen Anzahl in dem Zeitraum. Man arbeite mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Täter zu ermitteln, so ein Sprecher.

Polizeibehörden warnten zuletzt vor den betrügerischen Nachrichten, nachdem bekannt wurde, dass Telefonnummern von Millionen Facebook-Nutzern im Netz kursierten. »Seit dem Bekanntwerden des Facebook-Leaks am Osterwochenende sehen wir, dass in den Phishing-SMS häufig auch eine persönliche Anrede zu finden ist«, so eine Vodafone-Sprecherin. Zwar beobachte man schon länger SMS-Spam-Kampagnen, doch das Leak erhöhe die Gefahr, dass Betroffene die Glaubwürdigkeit dieser SMS nicht infrage stellten und den Link anklickten.

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