Streamingdienst Spotify steigt ins Videogeschäft ein

Der Musikstreamingdienst Spotify lässt künftig auch Bilder laufen. Dabei geht es eher um kurze TV-Clips denn um Musikvideos.

Presse-Event in New York zur Verkündung des Einstiegs ins Videogeschäft: "Größte Chance seit dem Beginn der Tonaufzeichnung"
AFP

Presse-Event in New York zur Verkündung des Einstiegs ins Videogeschäft: "Größte Chance seit dem Beginn der Tonaufzeichnung"


Der weltgrößte Musik-Streamingdienst Spotify weitet sein Angebot aus. Künftig sollen auf der Plattform auch Videos, Nachrichten und andere Inhalte zur Verfügung stehen, teilte das schwedische Unternehmen am Mittwoch mit - und bestätigt damit seit Wochen kursierende Gerüchte.

Die neuen Dienste sollen zunächst in den USA, Deutschland, Großbritannien und Schweden verfügbar seien. In den kommenden Wochen soll das Angebot auf andere Länder ausgeweitet werden. Mit dem Videoangebot tritt Spotify in direkte Konkurrenz zu dem Portal YouTube, das zum US-Internetriesen Google gehört.

Spotify reagiere mit seiner neuen Strategie auf die wachsende Bedeutung von Smartphones, sagte Unternehmenschef Daniel Ek. Eine solche Entwicklung sei bei der Gründung von Spotify im Jahr 2008 nicht abzusehen gewesen. "Es ist die größte Chance seit dem Beginn der Tonaufzeichnungen."

Kooperation mit TV-Sendern

Spotify will nach eigenen Angaben mit US-Fernsehsendern, dem Onlineportal Vice und der britischen BBC kooperieren. In Deutschland ist das unter anderem für seine YouTube-Kanäle bekannte Netzwerk Mediakraft dabei. Zudem will das Unternehmen künftig auch eigene Inhalte produzieren.

Der Musikdienst wird damit stärker zu einem allgemeinen Medienkanal. Der Schritt war nach Medienberichten Anfang des Monats bereits erwartet worden, allerdings ging man eher von Musik-Clips aus. Neben Videos werden auch Podcasts integriert - in Deutschland unter anderem vom Deutschlandradio und dem Bayerischen Rundfunk.

App setzt auf Personalisierung

Zudem will Spotify den Service durch den Einsatz von Technologie verbessern. So soll zum Beispiel beim Joggen die Musikauswahl vom Rhythmus her an das aktuelle Tempo angepasst werden. Dafür greift die Spotify-App auf die Smartphone-Sensoren zu. Mehr noch, Spotify ließ sechs Songs schreiben, deren Struktur und Harmonien Jogger unterstützen sollen.

Als weitere Neuerung soll die Musik, die einem Nutzer von Spotify angeboten wird, stärker an seinen Geschmack angepasst werden. So werde sich Spotify die Auswahl der Kunden im Tagesverlauf merken. Ergänzend gibt es mehr Playlisten für bestimmte Situationen, wie etwa für den Morgen oder zum Mitsingen in der Dusche.

Der Streamingdienst hat nach eigenen Angaben 15 Millionen zahlende Kunden. Weitere 45 Millionen Musikfreunde nutzen das Angebot kostenlos. Der schwedische Marktführer sieht sich zunehmender Konkurrenz durch Dienste wie das französische Start-up Deezer oder den von US-Rapper Jay-Z gegründeten Streamingdienst Tidal gegenüber. Auch der Technologieriese Apple wird sein Angebot wohl bald überarbeiten.

sun/AFP/dpa



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