Vor einem kalifornischen Bundesgericht wurde am Montag Klage gegen Apple eingereicht. Der Kläger ist Besitzer eines iPhone 4S und wirft dem Elektronikkonzern vor, seine Werbung für die neue Sprachsteuerung Siri halte nicht das, was sie verspreche. Die Reklamebotschaft sei "irreführend und betrügerisch".
Zur Begründung wird auf mehrere Szenen in Werbespots verwiesen, in denen Siri bei Verabredungen, Restaurantbestellungen, beim Gitarrespielen und sogar beim Krawattebinden helfe. Tatsächlich reiche die Funktionalität der Spracheingabe bei weitem nicht an diese Fertigkeiten heran. Auch als Navi würde Siri versagen. Entweder verstehe die Software nicht, was der Kläger sage, oder sie würde falsche Richtungsangaben machen. Unterm Strich handele es sich bei dem vielgepriesenen Programm bestenfalls um ein unfertiges Projekt.
Apple habe jeden Kommentar in der Sache verweigert, berichten mehrere Medien. Allerdings findet sich auf Apples Siri-Web-Seite ganz unten, ganz klein der Hinweis, dass die Software sich noch im Beta-Stadium befinde. Die Veröffentlichung von Produkten in diesem frühen Stadium sei zwar selten, erfülle aber bei Siri einen konkreten Zweck, merkt "Macrumors" an. Die Software solle dazulernen, die Erkennungsrate so laufend verbessert werden.
Die von dem iPhone-Käufer beauftragte Kanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd hat es bereits mit anderen Schwergewichten der US-Wirtschaft aufgenommen, nach eigenen Angaben Vergleiche unter anderem mit Fidelity und Mattel geschlossen.
Beim "Wall Street Journal" befragten die Redakteure Siri selbst, ob die Entwickler ihren Wert womöglich übertrieben hätten. Die Antwort: "Wir haben über dich gesprochen, nicht über mich."
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Siri auf dem iPhone 4S: Der persönliche Assistent beantwortet gesprochene Fragen der Nutzer. Siri beherrscht zwar die deutsche Sprache, doch nicht alle Datenbanken, auf die das System zurückgreift, sind auf Deutsch verfügbar.
Wo kommst du her? Auf diese Frage hat Siri einige interessante Antworten. So ganz stimmt die erste nicht - Apple hat zumindest die Basis des Assitenten Anfang 2010 zusammen mit der Firma Siri gekauft. Auf hartnäckige Nachfragen...
...reagiert Siri mit Witzen. "Es steht doch auf dem Karton, wo ich herkomme!"
Wie wäre es mit Blumen für den digitalen Assistenten? Siri winkt ab und gibt sich zufrieden mit genügend Akku-Strom.
Siri weiß nicht alles: Einsame Smartphone-Nutzer sollten sich nicht zu früh freuen - nützlich ist der digitale Helfer, als Partnerersatz taugt er nicht viel.
Einen Heiratsantrag versucht das Telefon abzuwimmeln: "Lass uns einfach Freunde bleiben", schlägt das Telefon vor - wie es sich unter Arbeitskollegen gehört.
Hier liegt die Übersetzung knapp daneben: Mit Weihnachten ist in Deutschland meistens schon der Heiligabend gemeint, der 24. Dezember. Geschenke gibt es in anderen Ländern hingegen erst am ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember.
Was ist der Sinn des Lebens? An dieser Frage verzweifeln Philosophen - Siri hingegen zögert nicht lange und gibt...
...eine Reihe ausweichender Antworten. Da heißt es...
...hartnäckig bleiben, denn...
...einige Antworten sind echt komisch, so wie diese Anspielung auf ein Theaterstück von Samuel Beckett. Schließlich aber...
...antwortet das Gerät nach etlichen Ausflüchten endlich mit...
...der zumindest unter Nerds allgemein anerkannten Wahrheit: "42" ist der Sinn des Lebens, eine Hommage an den 2001 verstorbenen Autor Douglas Adams. Der lässt in einem seiner "Per Anhalter durch die Galaxis"-Romane einen Superrechner diese Antwort geben.
Noch ein Filmzitat: Die künstliche Intelligenz in Stanley Kubricks Epos "2001 - Odyssee im Weltraum" lässt einen Astronauten nicht mehr aus einer kleinen Luftschleuse heraus.
Dada-Dialog: Den Wunsch nach einem neuen Telefon beantwortet Siri nicht etwa mit der Website eines Smartphone-Herstellers - sondern mit Nonsense-Sätzen.
Klopf, klopf: Die Apple-Entwickler haben Siri auf etliche Situationen vorbereitet, in denen Nutzer die Intelligenz des Assistenten austesten wollen.
Lieber keine Witze: Der Assistent redet sich heraus - und verweigert die Unterhalterrolle.
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