Mobilfunk Bundesregierung sieht staatliche Hacker als größte Gefahr für 5G-Netze

Die EU-Kommission fragt die Mitgliedsländer ab, worin sie die größte Gefahr beim 5G-Ausbau sehen. Die Antwort der Bundesregierung lässt sich zum Teil auf Huawei beziehen - oder auf dessen US-Konkurrenz.

Stellt Huawei ein Sicherheitsrisiko dar? Die Bundesregierung antwortet indirekt
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Stellt Huawei ein Sicherheitsrisiko dar? Die Bundesregierung antwortet indirekt


Beim Ausbau der neuen 5G-Mobilfunknetze betrachtet die Bundesregierung staatliche Hackerangriffe als das größte Sicherheitsrisiko. In einer Antwort an die EU-Kommission, die von Netzpolitik.org veröffentlicht wurde, heißt es, von Staaten gesteuerte Angreifer seien eine größere Bedrohung als organisierte Banden, einzelne Hacker oder versehentliche Systemausfälle.

Das erscheint wenig überraschend, weil staatlich unterstützte oder organisierte Täter nun einmal erhebliche Ressourcen zur Verfügung haben und keine strafrechtliche Verfolgung im Heimatland fürchten müssen.

Interessant ist das Papier aus einem anderen Grund: Die EU-Kommission erstellt derzeit eine Risikobewertung für die Sicherheit der 5G-Netze in Europa und hat dazu die jeweiligen Einschätzungen der Mitgliedstaaten abgefragt. Im Oktober will sie das Gesamtergebnis veröffentlichen. Daraus könnten sich unter Umständen Konsequenzen für den Umgang mit bestimmten Technikanbietern ergeben.

Ein Szenario könnte auf Huawei gemünzt sein - oder auf Cisco

So listet das Papier der Bundesregierung sechs wesentliche Risikoszenarien auf. Eines davon könnte sich auf Huawei beziehen, allerdings wird der Firmenname nicht genannt. "Datenspionage, die eingeleitet wird von Nationalstaaten oder staatlich unterstützten Akteuren und die auf rechtlichen Verpflichtungen für Hersteller oder nicht dokumentierten Funktionen beruht", heißt es dort.

Gemeint sein könnten chinesische Gesetze, die Unternehmen wie Huawei zur Kooperation mit den Behörden zwingen - ein Szenario, auf das verschiedene Experten wiederholt hingewiesen haben. Die Passage könne sich theoretisch aber auch auf den amerikanischen Huawei-Wettbewerber Cisco beziehen, schreibt Netzpolitik.org.

Huawei gehört zu den weltweit führenden Anbietern von 5G-Mobilfunktechnik. In den USA und auch in Deutschland sind die Chinesen aber zuletzt wegen Sicherheitsbedenken unter Druck geraten. Die USA werfen Huawei vor, Spionagehintertüren in Produkte einzubauen und eng mit dem chinesischen Staat zusammenzuarbeiten. Einen konkreten Nachweis von Sicherheitslücken ist die US-Regierung bislang aber schuldig geblieben. Zuletzt berichtete aber das "Wall Street Journal", Huawei-Mitarbeiter hätten den Regierungen in Uganda und Sambia geholfen, Oppositionelle zu überwachen.

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pbe/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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juba39 20.08.2019
1. Immer dieses Herumeiern!
"Die Passage könne sich theoretisch aber auch auf den amerikanischen Huawei-Wettbewerber Cisco beziehen, schreibt "netzpolitik.org". " Während man bei Huawei immer noch auf der Suche nach der Backdoor ist, nicht einmal Profisucher der Bundesregierung etwas gefunden haben, grenzt obiger Satz schon an Massenveralberung. Allerdings auf einem sicherheitsrelevatem Gebiet. Nicht THEORETISCH, ganz praktisch wurde doch Sisco der Spionageversuch nachgewiesen. Und hier so zu tun, als kenne man die einschlägigen Gesetze in den USA zur Pflicht der Datenherausgabe an Geheimdienste nicht. Na ja, das liegt auf dem selben Niveau, wie das millionenfach angeklickte Interview-Video Schönenborn - Putin. Wo Putin dem langjährigen USA-Korrespondenten "Jörg" ein Exemplar des 90 Jahre alten Gesetzes der USA über "Die Tätigkeit ausländischer Agenten" überreichte. Eben, weil Schönenborn dieses Gesetz nicht kannte. Und so ähnlich verhält es sich hier.
.freedom. 20.08.2019
2. Die deutschen Bürger wollen nicht von China u. nicht von USA
ausspioniert werden. Diese Relativierungen zu den USA der Chinafreunde hier, wird langweilig. Immer mit den Argument, dass es in der USA schlimmer ist als in China, ist ein Zeichen, dass es in China schlimm ist. Mir persönlich kommen keine Geräte von Huawei ins Haus. Das Phone von Huawei ist gesperrt. Es lässt sich kein freies Betriebssystem installieren. Nein Danke, das möchte ich nicht.
lotharbongartz 21.08.2019
3. Politische Herausvorderung
Die Vernetzung eröffnet bisher ungeahnte Möglichkeiten, ganze Länder ins Chaos zu stürzen. Nicht nur die Atombombe sondern jetzt auch die Vernetzung legen es nahe, in Zukunft ganz auf Kriege zu verzichten. Wir brauchen so schnell wie möglich eine demokratische Weltregierung. Nur so lassen sich globale Probleme lösen und Kriege abschaffen.
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