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18. April 2017, 15:51 Uhr

Newsletter aus der Netzwelt

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe, Sie hatten schöne Ostertage! Ich selbst habe dieses Jahr nicht nach Eiern, sondern nach Schreinen gesucht - in "The Legend of Zelda: Breath of the Wild", auf unserem Testexemplar der Nintendo Switch. Über das lange Wochenende hatte ich die Mitnehmkonsole im Dauereinsatz, während es draußen regnete und hagelte.

Damit dürfte ich nicht allein gewesen sein: Die Marktforscher von SuperData schätzen, dass Nintendo die Switch im ersten Monat weltweit rund 2,4 Millionen Mal verkauft hat. Offiziell ist immerhin bekannt, dass Nintendo in den USA bis Ende März 906.000 neue Konsolen unter die Spieler bringen konnte, mehr Zahlen will der Konzern Investoren erst am 27. April nennen.

Mich überzeugt das Gerät noch immer nicht vollends. Überall "Zelda" spielen ist zwar toll, darüber hinaus bietet die Switch aber bisher zu wenig Interessantes, 330 Euro würde ich privat nicht für sie ausgeben. Zumal "Zelda" spielen auf einem eigenen Gerät einen bitteren Beigeschmack hätte: Spielstände lassen sich nämlich nicht von einer Switch auf eine andere übertragen - obwohl die Konsole mit MicroSD-Karten kompatibel ist. Ich müsste also noch mal ganz von vorn anfangen.

Damit das passiert, müsste es schon ein Jahr lang am Stück regnen und hageln.

Thermomix, Walkman, Pulsuhr: Das ist Ihre Lieblingstechnik

Mindestens so viel wie eine Switch bedeutet mir ohnehin ein altes Gadget: Mein CD-Player mit Scratch-Funktion, den ich Sonntag in einem Artikel präsentiert habe - neben den Lieblingsgadgets von sechs Kollegen, deren Bandbreite vom Navi bis zum Reiskocher reichte.

Im Artikel fragten wir auch unsere Leser, was deren Lieblingstechnik ist. Daraufhin haben mich am Wochenende einige Zuschriften erreicht: Zu den Gadget-Favoriten der Netzwelt-Leser gehören unter anderem eine GPS-Pulsuhr, ein MP3-Player, ein Walkman, ein Kopfhörer mit Geräuschfilter, eine Digitalkamera, ein Akku-Bohrschrauber, eine Waschmaschine und ein Thermomix. Und zu seinem Wasserkocher schrieb ein Leser: "Er ist der Schnellste, der Beste, der Zuverlässigste von allen, eben ein Freund, auf den man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit verlassen kann."

Mehrere Leser lobten auch ihren Staubsaugroboter, ähnlich wie schon mein Panorama-Kollege Benjamin Schulz, der sein Modell Sisyphos getauft hat. Auch das Smartphone wurde mehrfach als Lieblingsgadget beschrieben, weil es ein Gerät ist, das fast alles kann.

Ein Leser riet uns auch noch, den Baum vor der Haustür nicht zu vergessen, der nur leben wolle, aber Großartiges vollbringe: "Und keiner von uns kann ihn erklären, geschweige denn nachbauen. DAS ist Technik, die begeistert."

Leak der Shadow Brokers: Warum wusste Microsoft Bescheid?

Ziemlich unentspannt dürfte das Osterwochenende wohl für viele Sicherheitsforscher gewesen sein. Schon durch die WikiLeaks-Veröffentlichungen zu den digitalen Werkzeugen der CIA fallen ihnen in diesen Wochen viele interessante Informationen in die Hände. Am Freitag meldete sich nun wieder eine Gruppe, die sich Shadow Brokers nennt und stellte unter anderem Daten zu mutmaßlichen Windows-Angriffswerkzeugen der NSA ins Netz.

Experten vermuteten zunächst, dass viele der Windows-Schwachstellen noch nicht geschlossen seien und schlugen Alarm. Doch schon bald darauf stellte Microsoft per Blogpost klar, dass einige der Lücken schon im März gestopft wurden. Bleibt die Frage: Wie erfuhr Microsoft von den Lücken? Von der NSA, die wissen konnte, dass eine Veröffentlichung der Werkzeuge droht? Oder aus dem Umfeld der Hacker? Das Unternehmen bleibt diese Antwort bislang schuldig.

Und auch sonst gibt es noch viel Gesprächsstoff: Angefangen bei der Frage, wer genau die Shadow Brokers sind, bis zu der, welches Material sie noch besitzen. Zu ihrer Veröffentlichung schrieben sie jedenfalls: "Wer weiß, was wir nächstes Mal haben?"


Seltsame Digitalwelt: Datenabzocke auf der Fähre

Neulich bin ich für ein Wochenende mit dem Zug nach Kopenhagen gefahren. Es war ein schöner Sightseeing-Trip, auch weil ich mich nirgends verlaufen habe, Google Maps sei Dank. Mein Vodafone-Tarif erlaubte es mir, vor Ort mein Datenvolumen auch weiter zu nutzen. Nur einmal musste ich während der Reise aufs Netz verzichten: bei der Überfahrt mit der Fähre nach Dänemark, während der man den Zug verlassen muss.

An Bord des Schiffs machte mir Vodafone ein Angebot, das man heutzutage eigentlich nur ausschlagen kann: Beim "Maritimen Service" bekommt man 10 Megabyte Datenvolumen (damit kann man in mieser Qualität etwa 20 Minuten YouTube gucken) für 29,99 Euro. Ein dreister Preis in Zeiten, in denen es sogar in der Bahn kostenloses WLAN gibt. Immerhin fiel mir das Verzichten nicht nur wegen des Preises leicht: Der Ausblick vom Deck war nett - und die Überfahrt dauerte nur 45 Minuten.

App der Woche: Memoji
getestet von Sebastian Meineck

Memoji kann Fotos in Emojis verwandeln. Wer mit der iOS-App ein Selfie macht, kann sich per Fingertipp Grimassen aufs Gesicht zaubern.

Die Software hebt die Mundwinkel zu einem Lächeln an oder verengt die Augenbrauen zu einem düsteren Blick. Außerdem lassen sich Teufelshörnchen oder Freudentränen aufs Bild legen.

Einige Memoji-Bilder wirken unnatürlich, andere sehen überraschend gut aus. Wer nicht sein eigenes Gesicht hinhalten will, kann die App auch mit Bildern aus dem Netz füttern - und zum Beispiel der Mona Lisa einen Kussmund verpassen. Das Ergebnis lässt sich als Foto oder animiertes Gif verschicken.

Gratis von Lightricks Ltd., ohne In-App-Käufe: iOS

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Eine gute Restwoche und vor allem besseres Wetter wünscht

Markus Böhm

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