Planänderung bei Facebook Status-Bereich von WhatsApp soll werbefrei bleiben

Angesichts seiner 1,5 Milliarden Nutzer könnte WhatsApp wohl fette Werbeeinnahmen generieren. Doch nun hat Facebook seine Pläne für Anzeigen in der Chat-App offenbar vorerst begraben.
Foto: DAVID W CERNY/ REUTERS

WhatsApp rückt vorerst von seit Jahren schwelenden Plänen zur Einführung von Werbung in dem Chatdienst ab. Zuletzt wurde daran gearbeitet, Anzeigen im sogenannten Status-Bereich unterzubringen, in dem Nutzer Fotos und Videos, die nach einem Tag wieder verschwinden, mit ihren WhatsApp-Kontakten teilen können. Nun erklärte ein Sprecher am Freitag, man sehe darin zwar weiterhin eine langfristige Chance - aber es gebe keinen detaillierten Zeitplan dafür.

Zuvor hatte das "Wall Street Journal " berichtet, das Team, das die Anzeigenpläne ausarbeiten sollte, sei aufgelöst worden.

Bei WhatsApp wird schon lange um das richtige Geschäftsmodell gerungen. Die WhatsApp-Gründer erteilten jeglicher Werbung in ihrem Messenger einst eine kategorische Absage und wollten den Chatdienst ursprünglich über eine Abo-Gebühr von einem Dollar pro Jahr finanzieren. Dann verkauften sie die Firma aber 2014 für rund 19 Milliarden Dollar an Facebook. Der Internetkonzern - der sich fast ausschließlich über Werbung finanziert - setzte zunächst auch auf ein kostenloses WhatsApp und ließ sich Zeit mit Überlegungen, wie mit dem Chatdienst Geld verdient werden kann.

Zu den aktuell von Facebook verfolgten Plänen gehört, Unternehmen für zusätzliche Funktionen zur Kasse zu bitten, wenn sie über WhatsApp mit ihren Kunden kommunizieren, etwa, um Bestellungen anzunehmen oder Hilfestellung bei Problemen mit ihren Produkten zu leisten. Zudem wird an der Einführung einer Bezahlfunktion in mehreren Ländern gearbeitet.

Der Streit um die Pläne, in WhatsApp Werbung einzubinden, gilt als ein zentraler Auslöser für den Abgang der beiden WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton, die nach der Übernahme durch Facebook zunächst an Bord geblieben waren. Im Abstand von einem Jahr hatten beide ihren Ausstieg aus dem Konzern bekanntgegeben.

mak/dpa
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