Steam-Workshop Valve stoppt Verkauf von Spiele-Modifikationen

Auf der Spieleplattform Steam gibt es nun doch keine kommerziellen Spielemodifikationen zu kaufen. Aufgrund der Empörung von Fans hat sich Valve bis auf Weiteres wieder von der Idee verabschiedet.

Fantasy-Spiel "Skyrim": Spiele-Moder erschaffen neue Wesen, Landschaften, Herausforderungen
Bethesda

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Update, 28. Februar: Angesichts der massiven Nutzer-Proteste hat sich Steam entschieden, doch keine "Skyrim"-Modifikationen zu verkaufen. Das teilt der Valve-Verantwortliche Alden Kroll mit. Wer bereits eine solche Erweiterung gekauft hat, soll seine Ausgaben erstattet bekommen. Die Entscheidung, das Angebot zurückzuziehen, sei mit dem Spielehersteller Bethesda abgestimmt worden.

"Wir haben nicht wirklich verstanden, was wir tun", schreibt Kroll, rechtfertigt aber die grundsätzliche Idee eines Bezahlangebots: "Wir wollten mehr tolle Modifikationen wie 'Dota', 'Counter-Strike', 'DayZ' und 'Killing Floor'". Im konkreten Fall habe Valve allerdings die Unterschiede zwischen früheren erfolgreichen Modellen zur Umsatzbeteiligung und dem Hinzufügen von kostenpflichtigen Modifikationen zum Workshop von "Skyrim" unterschätzt. (mbö)

Es folgt die ursprüngliche Meldung vom 27. Februar:

Die Ankündigung, man werde Erweiterungen für kommerzielle PC-Spiele im Steam Workshop künftig nicht mehr nur kostenlos bekommen, erzürnt Videospielfans. Bisher waren solche sogenannten Spiele-Mods auf der Onlineplattform Steam Workshop kostenlos verfügbar. Allein für das Fantasy-Spiel "Skyrim" wurden dort 24.000 Mods aufgelistet. Die Bandbreite reicht von virtuellen Schwertern über neue Landschaften bis hin zu völlig neuen Aufgabenstellungen.

Nun haben Spielehersteller Bethesda ("Skyrim", "Fallout") und Plattformbetreiber Valve einen Download-Shop für solche Mods eingerichtet. In der Ankündigung der Bezahlinhalte heißt es, dass es den Entwicklern der Erweiterungen überlassen bleibt, ob sie ihre Werke dort kostenlos, zu einem Fest- oder Wunschpreis anbieten wollen.

Auf den ersten Blick erscheint das als gute Idee: Hobby-Entwickler betreiben teils einen immensen Aufwand, um Spielwelten auszuschmücken. Oft genug tragen sie mit ihren Erweiterungen zum langfristigen Erfolg eines Spiels bei.

Doch der Kommerzialisierungsvorstoß stößt der Mod-Szene teilweise sauer auf:

  • Die Modder befürchten einen Autonomieverlust, glauben, die Firmen würden das Sagen über die Fan-Kreationen haben und die kreative Freiheit der Mod-Szene beschneiden.
  • Sie bemängeln Ausbeutung, weil die Spielehersteller einen Teil des Verkaufserlöses der Mods für sich einstreichen. Im Fall von "Skyrim" bekommen die Mod-Entwickler einen Anteil von 25 Prozent.
  • Es könnte eine neue Mod-Piraterie drohen: Kostenlose Modifikationen könnten illegal kopiert und von Fremden kostenpflichtig angeboten werden. Eine Gefahr, die es in der bis dato vorherrschenden Kostenloskultur der Modding-Szene kaum gab.

Bei Eurogamer.net kritisiert Valve-Geschäftsführer Gabe Newell die Kritiker. Das neue Bezahlangebot habe bisher rund 10.000 Dollar eingebracht. Das sei nur etwa ein Prozent der Kosten, die das erhöhte E-Mail-Aufkommen aufgrund der Änderungen, generiert habe. Was man seiner Firma vorwerfe sei also nicht "übertrieben gierig zu sein, sondern übertrieben dämlich."

fko



insgesamt 18 Beiträge
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Malshandir 27.04.2015
1. Steams Missachtung von Verbraucherrechten
Ich denke, man sollte einmal darueber berichten, dass Steam grundlegende Verbraucherrechte wie Gewaehrleistung missachtet mit den dueemsten Ausreden. Darueber sollte man einmal reden.
moneysac123 27.04.2015
2.
Man nehme ein kostenloses angebot, mit welchem man allenfalls begrenzt gewinn erwirtschaften kann. hat man eine solide nutzerbasis führt man gebührenmodelle ein, um gewinn zu machen. machen viele so, whatsapp, mitfahrzentrale, etc. Irgendwie müssen die ja auch geld verdienen, die feine art ist es trotzdem nicht.
uventrix 27.04.2015
3. Warum Steam?
Aber der größte Mod-Umschlagplatz für Skyrim dürfte nexusmods.com sein - und auch bleiben. Ich hatte für Skyrim auch ca. 30 Mods installiert aber würde nie auf die Idee kommen das über $team zu suchen bzw. zu aktivieren. Ausgenommen die offiziellen, kostenpflichtigen Inhalte natürlich.
segr 27.04.2015
4.
bekommen sie einen Anteil von 25% oder einen Anteil von 75%?
danido 27.04.2015
5. Super Sache!
Wer seine Mods kostenlos anbieten will kann das weiterhin tun. Nun haben aber die Mod-Macher eine einfache Möglichkeit mir ihrer Arbeit auch Geld zu verdienen. Dadurch wird sich automatisch Qualität und Quantität der Mods verbessern.
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