Streit mit Google Microsoft verschlimmbessert YouTube-App

Im Streit mit Google um eine YouTube-App für Windows Phone 8 gibt Microsoft klein bei. Eine werbefreie und vor Funktionen strotzende Version wurde durch einen Minimal-Videoplayer ersetzt. Hinter dem Downgrade steckt ein lange schwelender Streit zwischen den Konzernen.
Windows-Phone-8-Handy: Google passt Microsofts YouTube App nicht

Windows-Phone-8-Handy: Google passt Microsofts YouTube App nicht

Foto: SPIEGEL ONLINE

Wie "Ars Technica" berichtet , hat Microsoft seine gerade erst veröffentlichte YouTube-App schon wieder aus dem Windows-Phone-Store entfernt. Statt dieser vielfach gelobten Version wird nun eine alte Variante der App angeboten, die kaum mehr kann, als eben Videos abzuspielen. Der Grund für die Aktion war eine Unterlassungsaufforderung  von YouTube-Eigner Google  .

"Dadurch, dass ihr Werbung ausblendet und den Video-Download erlaubt, " heißt es in einem Schreiben des Internetkonzerns, "blockiert eure Software eine wertvolle Einnahmenquelle für [YouTube-Videomacher] und schadet so dem Inhalte-Ökosystem auf YouTube."

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Tatsächlich war die von Microsoft selbst entwickelte YouTube-App ein Affront: Anders als Googles YouTube-Apps enthielt sie Download-Links für die angeschauten Videos, spielte Videos ab, die nicht für die mobile Wiedergabe bestimmt waren und war zudem werbefrei, stellte also die normalerweise zu Videos erscheinenden Anzeigen nicht dar. Man könnte vermuten, dieses Funktionen seien Querschläger aus dem juristischen Disput um YouTube-Zugriffsrechte, den Microsoft und Google seit zwei Jahren führen.

Microsoft wirft Google unter anderem in einer Beschwerde bei der Europäischen Kommission  vor, wettbewerbswidrig den Zugang zu Videodaten zu versperren und so die Suchleistung von Microsofts Suchmaschine Bing zu behindern. "Ohne anständigen Zugriff auf YouTube, können Bing und andere Suchmaschinen nicht mit Google mithalten […], was natürlich Kunden zu Google treibt."

In einer Stellungnahme gegenüber "Ars Technica" erklärt Microsoft zur App-Löschung nun, dass man durchaus gewillt sei, Werbung in der App anzuzeigen, dazu aber nicht die Möglichkeit habe, weil Google den Datenzugriff beschränkt. "Ars Technica" nimmt Microsoft dieses Argument nicht ab. "Die YouTube-App für Xbox", schreibt das Tech-Blog , "zeigt schon seit letztem Jahr Werbung an."

fko
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