Streit um Namensrechte Pornofirma geht gegen Smartphone-Riesen HTC vor

Nur wo Vivid drin ist, darf auch Vivid draufstehen: Der US-Pornoproduzent Vivid verlangt vom Handy-Hersteller HTC, sein Smartphone Vivid anders zu benennen - sonst bestünde Verwechslungsgefahr.

HTC-Smartphone: Vivid Entertainment fürchtet Verwechslungsgefahr mit Porno-Angeboten
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HTC-Smartphone: Vivid Entertainment fürchtet Verwechslungsgefahr mit Porno-Angeboten


Der Pornoproduzent Vivid Entertainment legt sich mit Smartphone-Hersteller HTC an. Das US-Filmstudio stört sich am Namen eines neuen Handy-Modells der Taiwanesen: Das HTC Vivid wird seit nicht einmal zwei Wochen in den Vereinigten Staaten vertrieben.

Nach US-Medienberichten sieht die gleichnamige Firma eine Verwechslungsgefahr und hat HTC America deshalb verwarnen lassen. In dem anwaltlichen Schreiben pocht das Unternehmen auf sein Markenrecht, das bereits seit 1984 bestünde.

Teil des Porno-Imperiums sind demnach neben Videos auch die mit dem Markennamen verbundenen Kanäle, über die diese verbreitet werden: Vivid-Websites und Unterhaltungsangebote für Endgeräte wie etwa Smartphones. Diese Verbreitungswege scheinen der Knackpunkt zu sein: HTC vermarkte das fragliche Smartphone als Gerät, mit dem man Internetseiten besuche könne, es sei außerdem gebaut, um "mit Filmen und Sendungen zu unterhalten", heißt es in dem Brief, den Vivid Entertainment auf seiner Website veröffentlichte. Der Erotikproduzent befürchtet, die beiden Unternehmen könnten miteinander in Verbindung gebracht werden.

Wegen der Markenrechtsverletzung verlangt die Pornofirma nun eine Unterlassungserklärung von HTC. Sollte der Smartphone-Hersteller nicht bis kommenden Montag reagieren, will Vivid weitere rechtliche Schritte einleiten. Laut "The Verge" hat HTC angekündigt, die Beschwerde erst zu prüfen. Vorher wolle man die Angelegenheit nicht kommentieren.

Vivid Entertainment ist nach eigenen Angaben das größte Pornostudio der Welt. Das Haus hat unter anderem die Rechte an den Promi-Aufnahmen von Paris Hilton und Kim Kardashian. Kürzlich kündigte das Unternehmen einen eigenes Angebot für Google TV an.

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insgesamt 8 Beiträge
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Emil Peisker 18.11.2011
1. Vivid = klar, lebendig, lebhaft.
Zitat von sysopNur wo Vivid drin ist, darf auch Vivid draufstehen: Der US-Pornoproduzent Vivid verlangt vom Handy-Hersteller HTC, sein Smartphone Vivid anders zu benennen - sonst bestünde Verwechslungsgefahr. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,798538,00.html
Die Klage des Pronherstellers Vivid ist eine echte Realsatire. Sie befürchten, sie könnten mit HTC's Smartphones verwechselt werden. Ich sehe das umgekehrt. Allerdings sieht man an der Namensgebung, dass die HTC-Marketingmanager die Pornofirma entweder nicht kennen, oder ihren Bekanntheitsgrad für nicht relevant halten, sonst hätten sie sicher einen so "eindeutigen" Namen nicht in Erwägung gezogen. Denn das Wort selbst hat die Bedeutung: klar, lebhaft, lebendig, strahlend. Solch ein Wort kann man nicht schützen, wenn es nicht einen sehr großen Bereich der Bevölkerung mit dieser Begriffsinterpretation der Firma erreicht hat.
herbert_schwakowiak 18.11.2011
2. virales Marketing
Das ist ein genialer Marketing-Gag! Die wissen schon, dass sie mit ihrer Klage keinen Erfolg haben werden, aber dafür werden sie jetzt in x-zehntausend Nachrichten-Websites auf der ganzen Welt erwähnt.
der_humanist 18.11.2011
3. Falsch gedacht!
Zitat von Emil PeiskerDie Klage des Pronherstellers Vivid ist eine echte Realsatire. Sie befürchten, sie könnten mit HTC's Smartphones verwechselt werden. Ich sehe das umgekehrt. Allerdings sieht man an der Namensgebung, dass die HTC-Marketingmanager die Pornofirma entweder nicht kennen, oder ihren Bekanntheitsgrad für nicht relevant halten, sonst hätten sie sicher einen so "eindeutigen" Namen nicht in Erwägung gezogen. Denn das Wort selbst hat die Bedeutung: klar, lebhaft, lebendig, strahlend. Solch ein Wort kann man nicht schützen, wenn es nicht einen sehr großen Bereich der Bevölkerung mit dieser Begriffsinterpretation der Firma erreicht hat.
Natürlich kann man den Begriff als Markennamen schützen lassen, grade in den USA. Versuchen Sie doch mal, ein Produkt "AVID" zu nennen - das heißt zwar "begeistert", ist aber auch der geschützte Markenname des größten Herstellers von Videoschnittsoftware der Welt. Viel Spaß mit der Rechtsabteilung von AVID... Und - warum soll Vivid weniger Rechte haben als andere Unternehmen? Nur weil es ein Hardcore-Label ist? Bigottes Rechtsverständnis...
Emil Peisker 18.11.2011
4. Europäisches Recht vs US-Recht
Zitat von der_humanistNatürlich kann man den Begriff als Markennamen schützen lassen, grade in den USA. Versuchen Sie doch mal, ein Produkt "AVID" zu nennen - das heißt zwar "begeistert", ist aber auch der geschützte Markenname des größten Herstellers von Videoschnittsoftware der Welt. Viel Spaß mit der Rechtsabteilung von AVID... Und - warum soll Vivid weniger Rechte haben als andere Unternehmen? Nur weil es ein Hardcore-Label ist? Bigottes Rechtsverständnis...
Haben Sie das aus meinem Beutrag herausgelesen? Sie unterstellen dies, ich habe aber auf einen generellen Bekanntheitsgrad abgehoben, der vorliegen sollte. Von Hardcore sprach ich nicht. Ihre Bigotterie dürfen Sie behalten. Ich konzediere allerdings, dass ich europäisches Rechstverständnis zugrunde legte.
Nonvaio01 18.11.2011
5. nichts mit bekanntheits grad zu tun
Zitat von Emil PeiskerHaben Sie das aus meinem Beutrag herausgelesen? Sie unterstellen dies, ich habe aber auf einen generellen Bekanntheitsgrad abgehoben, der vorliegen sollte. Von Hardcore sprach ich nicht. Ihre Bigotterie dürfen Sie behalten. Ich konzediere allerdings, dass ich europäisches Rechstverständnis zugrunde legte.
Das hat nichts mit bekanntheitsgrad zu tun, sondern schlicht und ergreifend ob es den namen schon als Firma gibt, und dann eben wer zuerst da war. was VIVID productions angeht ist es eine der groessten der Branche was den Umsatz angeht. So klein sind die nicht.
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