Streit um Quellenschutz US-Blogger sitzt im Gefängnis

Ein US-amerikanischer Blogger sitzt seit Dienstag im Gefängnis, weil er sich weigerte, mit einem Gericht zu kooperieren. Der 24-Jährige hatte Aufnahmen von einer Protestkundgebung gemacht, wollte diese aber nicht Strafverfolgern zur Verfügung stellen.

Der 24-jährige Josh Wolf hatte im vergangenen Jahr an einer Protestveranstaltung in San Francisco im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel in Schottland teilgenommen. Die Vorgänge während der Veranstaltung hatte er mit einer Videokamera aufgenommen und teilweise in seinem Blog www.joshwolf.net online gestellt.

Weil es im Verlauf der Protestveranstaltung zu Zusammenstößen mit der Polizei kam, bei denen auch ein Polizist verletzt und eine Rauchbombe unter ein Polizeifahrzeug gelegt wurde, begannen sich Strafverfolger für die Videos zu interessieren. Wolf wurde per Gerichtsverfügung dazu gebracht, vor einem Gericht auszusagen und sein Videomaterial von der Demonstration herauszugeben. Er weigerte sich jedoch, das Material freizugeben, mit der Begründung, er habe als Journalist das Recht, seine Quellen zu schützen.

Der Richter des Federal District Court entschied nun jedoch, es bestehe "eine legitimes Bedürfnis", die Aufnahmen zu sehen. Wolf sitzt nun wegen Missachtung des Gerichts im Gefängnis, berichtet die "New York Times". Sie zitiert seinen Anwalt, der dem Blatt sagte, Wolf könne womöglich bis zum kommenden Sommer festgehalten werden.

Wolf wird inzwischen von verschiedenen Seiten unterstützt, unter anderem von der Bürgerrechtsorganisation Amercian Civil Liberties Union und der Society of Professional Journalists, die Geld für seine Verteidigung beisteuerte. Sein Anwalt will nun Einspruch erheben und erwirken, dass Wolf auf Kaution freigelassen wird. In seinem Blog wirbt unterdessen Wolfs Mutter um Mitgefühl für das Schicksal ihres Sohnes und um Spenden für künftige Gerichtskosten.

cis

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