Kommunikation im Netz Soziale Medien verdrängen private E-Mails

Sie haben Post: Wenn sich das E-Mail-Postfach meldet, geht es zunehmend um Berufliches. Laut einer aktuellen Umfrage werden für private Nachrichten mittlerweile meist andere Dienste genutzt.

"E-Mails? Nein Danke": Der Blick in den Posteingang bedeutet oft nur noch Arbeit
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"E-Mails? Nein Danke": Der Blick in den Posteingang bedeutet oft nur noch Arbeit


Während viele die E-Mail-Flut im Job beklagen, bleibt die private Nutzung elektronischer Post überschaubar. Nur gut jeder fünfte Internetnutzer (22 Prozent) über 14 Jahren verschickt wirklich jeden Tag private E-Mails, und nur gut jeder vierte (28 Prozent) mehrmals die Woche, wie aus einer Umfrage hervorgeht. In Auftrag gegeben wurde sie vom IT-Branchenverband Bitkom bei der Firma Aris.

Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) mailt dagegen nur einmal pro Woche oder seltener. Zum Vergleich: In jedes berufliche E-Mail-Postfach in Deutschland trudeln jeden Tag im Durchschnitt 18 Nachrichten ein - ohne Spam. Jeder zehnte Berufstätige (zehn Prozent), der dienstlich mailt, gibt an, täglich 40 oder mehr Nachrichten zu erhalten.

Laut Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder würden E-Mails künftig eher beruflich genutzt. "Private E-Mails werden zunehmend ersetzt durch internetbasierte Messaging-Dienste wie WhatsApp, iMessage oder soziale Medien." Ein weiteres Ergebnis: Die Zahl der privat genutzten Zweit-Adressen nimmt zu. 60 Prozent aller Internetnutzer haben zwei oder mehr E-Mail-Accounts. Vor sechs Jahren hatten nur 32 Prozent mehr als eine Adresse.

Für die Studie waren im Juli 1008 Menschen ab 14 Jahren befragt worden, darunter 789 Internetnutzer. Die Angaben zur beruflichen Nutzung stammen aus einer Aris-Umfrage aus Mai und Juni, bei der 1006 Menschen ab 14 Jahren befragt wurden, darunter 620 Berufstätige.

ore/dpa

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fort-perfect 13.10.2014
1. Wunschtraum
Der feuchte Wunschtraum der staatlichen Überwacher und kommerziellen Datensammler wird Wirklichkeit.... Der typische Internetuser daddelt über die Messaging-Dienste und liefert seine private Kommunikation den Datensammlern frei Haus.... Die staatlich geförderte Verblödung nimmt Gestalt an.... weiter so!
monolithos 13.10.2014
2. Ziemlich dumm!
Wer jemandem eine Facebook-Nachricht schreiben will, muss selbst bei Facebook sein. Gilt wahrscheinlich auch für alle anderen "social networks". E-Mail hingegen ist dienstunabhängig und plattformübergreifend. Ziemlich dumm also, statt E-Mail irgendeinen Messaging Service zu verwenden. Aus dem Grund habe ich mich auch bei Facebook abgemeldet. Es wurde mir zu unübersichtlich, neben Posts, wer wann gepupst hat und wer für was den Daumen hebt, auch noch E-Mail-Ersatz-Nachrichten da rauszufischen, weil die Leute zu blöd sind, mir E-Mails zu schreiben. Jetzt bin ich nur noch per E-Mail erreichbar und genieße es.
Paul Panda 13.10.2014
3. E-mail - oder Pech gehabt
Ich stimme "monolithos" vollkommen zu: Ich werde mich auch weiterhin den sozialen Netzwerken strikt verweigern. Wer mich kontaktieren will, kann mir jederzeit eine E-mail schreiben, mich anrufen oder mir einen schönen altmodischen Brief schicken. Wer dazu nicht bereit, zu faul oder zu blöd ist, hat eben Pech gehabt. Basta!
hschmitter 13.10.2014
4.
Ich glaube nicht, daß früher mehr als 28% mehrmals die Woche einen Brief geschrieben haben, auch keine Postkarte. Und e-Mail ist doch eher eine klassische Postsache auf digital gebracht - Brief, Postkarte, Telegramm. Das sinnfreie Gestottere der "sozialen" Medien ist ja nun nix, was man einem pe Breif zumutet oder von anderen aus dem Briefkasten - sei er real ode digital - fischen möchte.
Korken 13.10.2014
5. Sinn?
Über den Sinn dieser unübersichtlichen Art der persönlichen Kommunikation in Social Networks bin ich mir auch noch nicht klar geworden. Email ist einfach, plattformübergreifend, diskriminierungsfrei und persönlich, noch dazu sehr leicht zu organisieren. Für Chats sind Social Networks gut geeignet, aber der wirklichen, persönlichen Kommunikation per Email deutlich unterlegen. Nicht jeder besitzt aber den Level, dies zu verstehen.
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