Studie zur Internet-Nutzung Kostenlos-Mentalität nimmt ab

Während Internet-Firmen von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelt werden, wird das Netz bei den Usern immer beliebter: Für fast jeden zweiten deutschsprachigen Nutzer spielt das Netz inzwischen eine wichtige Rolle im täglichen Leben, ergab eine Umfrage.


Zumindest gelegentlich surft fast jeder durch das Netz
DPA

Zumindest gelegentlich surft fast jeder durch das Netz

Hamburg - Der "Electronic Lifestyle" bestimmt den Alltag der Internet-Nutzer: Immer häufiger und länger wird im Web gesurft. "Ich möchte im täglichen Leben auf das Internet keinesfalls verzichten", gaben im vergangenen Herbst noch 42 Prozent der Befragten an - im Frühjahr diesen Jahres waren es 43,6 Prozent.

Günstigere Nutzungsgebühren und schnellere Einwahlgeschwindigkeiten begünstigen diese Entwicklung, ermittelte die Studie "WWW-Benutzer-Analyse W3B", bei der über 94.000 deutschsprachige Online-Nutzer befragt wurden.

Wählten sich 1997 nur 29 Prozent der Nutzer an mehr als fünf Tagen pro Woche ein, sind es heute 65 Prozent. Der Anteil der Personen, die wöchentlich mindestens zehn Stunden online verbringen, stieg von 24 Prozent auf 45 Prozent.

Um sich zu informieren, zu chatten oder aus reiner Neugier surfen 39 Prozent der User während der Arbeitszeit durch das Netz. Doch auch nach Feierabend wählt sich - zumindest gelegentlich - fast jeder (99,5 Prozent) ein. Waren vor fünf Jahren 41 Prozent privat "sehr oft" online, sind es nun 59 Prozent.

Für viele von ihnen ist das Internet auch Shopping-Kanal: Über ein Drittel der Nutzer hat schon über 20 Online-Käufe getätigt. Fast 60 Prozent der Nutzer wollen im kommenden Halbjahr per Web einkaufen.

Auch die "Kostenlos-Mentalität" neigt sich dem Ende entgegen: In den vergangenen Jahren war rund die Hälfte der User strikt gegen das Bezahlen von Online-Content. Nur maximal 20 Prozent wollten für bestimmte Inhalte in den Geldbeutel greifen. Nun scheint eine Trendwende in Sicht: Weniger als 30 Prozent der Befragten lehnen das "Pay for Content" kategorisch ab. Besonders Männer ab 40 Jahren sind bereit, für Informationen, Daten und Nachrichten im Netz zu zahlen. Doch ihre Anforderungen sind hoch: Unkompliziert sollte der Online-Abruf sein, mit aktuellen Inhalten und Vorab-Tests. Zudem sollte er sofort nach dem Kauf verfügbar sein.



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