"Success Kid" hilft seinem Vater 95.000 Dollar in sieben Tagen

Einst ärgerte sich eine amerikanische Familie über den Internetruhm von Sohn Sam. Jetzt hilft die Bekanntheit des mittlerweile Achtjährigen, dem Vater eine lebenswichtige Operation zu finanzieren.

Kampagne auf GoFundMe: 95.000 Dollar in sieben Tagen

Kampagne auf GoFundMe: 95.000 Dollar in sieben Tagen


Als Sam Griner elf Monate alt war, machte seine Mutter ein niedliches Foto von ihm: Der kleine Junge steht am Strand im Sand, schaut grimmig in die Kamera und ballt dazu sein Fäustchen. Eine Weile blieb der Schnappschuss privat, nur Familienmitglieder und Freunde hatten ihn gesehen - bis Sammys Mutter Laney das Bild in ihren Flickr-Account hochlud und bei der Bildagentur Getty Images einstellte.

Danach dauerte es nicht mehr lange, bis das Foto zum Meme wurde. In den folgenden Jahren wurden Tausende Varianten des Bildes im Internet verbreitet, mal mit mehr, mal mit weniger lustigen Sprüchen verziert. Sogar auf Werbeplakaten wurde das "Success Kid" verwendet. Sams Familie wurde das zu viel, Laney Griner zog den Schnappschuss aus der Bildagentur zurück und verlangt seither, dass man sie um Erlaubnis fragt, bevor man das Foto verwendet.

Doch jetzt - Sam ist mittlerweile acht Jahre alt - könnte der Familie aus Jacksonville in Florida der einst lästige Ruhm helfen, ein drängendes Problem zu lösen. Sams Vater Justin braucht dringend eine neue Niere. Der 39-Jährige leidet an einer Erkrankung, an der seine Mutter starb.

2009 erlitt er ein Nierenversagen, muss seither für zwölf Stunden pro Woche an eine Dialysemaschine angeschlossen werden, erklärt Laney dem Magazin "Daily Dot". "Um Gottes willen, wir sind die Eltern von 'Success Kid'. Wenn irgendjemand die Macht, die Kraft und das Wohlwollen des Internets versteht, dann wir, die wir all das tagtäglich erleben", sagte sie dem Magazin.

Crowdfunding für die Behandlung

Weil durch die lange Behandlungszeit die Wahrscheinlichkeit weiterer Komplikationen steigt, versucht die Familie nun, Vater Justin eine Nierentransplantation zu ermöglichen. Doch die Behandlung ist teuer, wird viel mehr kosten, als die Familie aufbringen kann.

Deshalb kam Laney Griner auf die Idee, die Behandlung ihres Ehemanns per Crowdfunding zu finanzieren. Auf der Plattform GoFundMe bat sie um Spenden und hoffte, 75.000 Dollar zusammenzukriegen. Das bisherige Ergebnis dürfte sie mehr als zufriedenstellen: Innerhalb der ersten Woche haben mehr als 4500 Spender knapp 95.000 Dollar in den digitalen Geldtopf geworfen.

Geld kann nicht alles

Dass man mit solchen Onlinespendenaktionen Erfolg haben kann, zeigte im Februar der Fall des Briten Alan Barnes. Eine Kosmetikerin rief eine Spendenaktion ins Leben, nachdem sie aus den Medien erfahren hatte, dass sich der 67-Jährige nach einem Überfall nicht mehr in seine alte Wohnung traute. Am Ende kamen statt der erhofften 700 Euro fast 460.000 Euro zusammen.

Doch die Geschichte zeigt auch einmal mehr, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Zwar hat die Familie jetzt das Geld zusammen, um Operation und Nachsorgekosten zu finanzieren, aber eine Niere für Justin hat sie noch nicht. Einige Familienmitglieder und Freunde haben schon testen lassen, ob sie als Spender infrage kämen, bisher ohne Erfolg. So ist die größere Herausforderung jetzt, einen kompatiblen Spender zu finden.

mak

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Mr Bounz 16.04.2015
1.
Bevor jemand jubelt wie toll das ist. "alle so sozial, Spenden ganz fleißig. ..." Der Mann hat eine ordentliche Krankenversicherung verdient. Das ist ein unveräußerliches Menschenrecht (nach meiner Meinung)!
Emmi 16.04.2015
2. Wenn schon, dann richtig....
Zitat von Mr BounzBevor jemand jubelt wie toll das ist. "alle so sozial, Spenden ganz fleißig. ..." Der Mann hat eine ordentliche Krankenversicherung verdient. Das ist ein unveräußerliches Menschenrecht (nach meiner Meinung)!
Da Gesundheit (so weit medizinisch möglich) ein Menschenrecht sein sollte, hat jeder Mensch Anspruch auf bestmögliche medizinische Versorgung, unabhängig davon, wieviel Geld er/sie hat. Das sollte staatlich finanziert sein. Andere Staaten machen das vor. Und eine Niere ist in dem Fall kein Luxus...
Stäffelesrutscher 16.04.2015
3. Und wieviel haben die gespendet ...
... die durch das Fehlen normaler Krankenversicherungen sich dumm und dämlich verdient haben? »Die Finanzbranche in den USA arbeitet höchst profitabel: In dieser Woche haben zahlreiche Großbanken ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt - und dabei Milliardengewinne ausgewiesen. So verdiente die größte US-Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen im Zeitraum von Januar bis März unter dem Strich 2,8 Milliarden Dollar. Das sind gut 40 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Erträge lagen bei 10,6 Milliarden Dollar, was den besten Quartalswert der vergangenen vier Jahre darstellt. Bei der Citigroup Chart zeigen fiel der Quartalsgewinn mit 4,8 Milliarden Dollar noch deutlich höher aus. Er lag um 21 Prozent über dem Gewinn im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Damit hat die Großbank ebenso wie Goldman Sachs die Erwartungen der Analysten noch übertroffen.«
rattazustra 17.04.2015
4. Ein Albtraum
Tatsächlich ist genau dies eine der schrecklichsten Formen von Krankenversorgung die man sich nur vorstellen kann. Über Leben und Tod entscheidet der Mob, basierend auf physischer Attraktivität, Unterhaltungswert, oder Mitleidsfaktor.
teaki 17.04.2015
5. Krankenversicherungen
gibt es auch in den USA - oft sogar vom Arbeitgeber mit finanziert und damit weit günstiger als in Deutschland. Das bei einem deutlich höheren Medizinstandard als in D. Das Problem ist, dass viele das Geld lieber für was anderes verwenden als eine schnöde KV. Man ist ja schließlich gesund.
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