Such-Speicherung EU-Experten zweifeln an Googles Datenschutz

Google speichert bis zu zwei Jahre lang die Suchen seiner Nutzer - jede Anfrage ist theoretisch zurückzuverfolgen. Jetzt ziehen EU-Experten und -Kommission dieses Vorgehen in Zweifel, auch in den USA läuft ein Verfahren. Der Konzern rechtfertigt sich.

Google speichert zu jeder Suchanfrage die IP-Adresse, von der aus die Anfrage gestellt wurde - woraus man Schlüsse auf den Nutzer ziehen kann. Lange Zeit wurde die IP-Adresse unbefristet gesichert. Erst vor Wochen stellte der Konzern auf eine Lagerfrist von ein bis zwei Jahren um.

Eine unabhängige Expertengruppe der EU fordert jetzt Aufklärung über dieses Vorgehen. Denn möglicherweise verstoße Google trotz des verkürzten Speicher-Zeitraums gegen EU-Datenschutzgesetze, bemängelt die sogenannte Artikel-29-Gruppe in einem offenen Brief an Google. In der Gruppe arbeiten Datenschutzexperten aus der EU zusammen, Vorsitzender ist der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar.

Die Gruppe hat die Rückendeckung der EU: Der Sprecher von Justizkommissar Franco Frattini sagte, man halte "die in dem Brief gestellten Fragen für angemessen". Die Expertengruppe folgt mit ihrer Anfrage einer ähnlichen in den USA: Dort hatte eine Verbraucherschutzorganisation die Federal Trade Commission (FTC) aufgefordert, Untersuchungen über Googles Umgang mit dem Datenschutz anzustellen. Die FTC ist eine Bundesbehörde unter anderem für den Verbraucherschutz.

Google verteidigte heute die Speicherung von Nutzerdaten. Peter Fleischer, zuständiger Experte des Konzerns, sagte, die Daten würden aus Sicherheitsgründen und zur Verbesserung der Suchmaschine benötigt. Google habe jedoch von sich aus beschlossen, die bei einer Suche gewonnenen Daten nach 18 bis 24 Monaten zu löschen.

"Die EU will sicherstellen, dass eine Firma die von ihr gespeicherten Daten nur so lange behält, wie sie sie braucht - aber nicht länger", sagte Fleischer. Google werde der EU- Datenschutzgruppe fristgerecht bis zum 19. Juni antworten, versicherte er.

mak/dpa/rtr

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