Suchhilfe 19.000 Holocaust-Opfer im Internet

Die zur Wahrung der Interessen von Holocaust-Opfern und ihren Hinterbliebenen gebildete Internationale Versicherungskommission will bis Ende der Woche die Namen von 19.000 Eigentümern von nicht ausgezahlten Versicherungspolicen ins Internet stellen.


Elan Steinberg, Exekutivdirektor der jüdischen Organisation World Jewish Congress, erklärte, die Veröffentlichung im Internet habe große Bedeutung für die Angehörigen von Holocaust- Opfern, weil diese bekanntlich oft nur über bruchstückhafte Informationen über den Versicherungspolicen-Besitz ihrer von den Nazis ermordeten Angehörigen verfügten. Nun könnten sie über das Internet herausfinden, ob ihre Familien vor dem Zweiten Weltkrieg Versicherungsscheine besaßen.

Rund 10.000 Namen, die ab Mittwoch im Internet zu finden seien, stammten von den an der Kommission inzwischen beteiligten Versicherungsunternehmen, der Allianz AG, AXA, Generali sowie Winterthur und Vereinigten Zürcher. Weitere 9000 Namen aus österreichischen Archiven würden bis Samstag dort ebenfalls zu finden sein, hieß es.

Ansprüche von Holocaust-Opfern und ihren Erben an die Versicherer werden insgesamt auf eine bis vier Milliarden Dollar geschätzt. Die Internationale Kommission für Ansprüche aus der Zeit des Holocaust vertritt die Ansicht, dass sich an dem Erstattungsverfahren noch mehr Versicherungsfirmen beteiligen müssten, die zwischen 1933 und 1945 Versicherungspolicen verkauften.



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