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13. Mai 2019, 18:18 Uhr

Neue Preisvorschriften

Telefonate ins EU-Ausland sind ab Mittwoch weniger teuer

Wer von Deutschland aus in ein anderes EU-Land telefonierte, für den konnte es je nach Tarif sehr teuer werden. Das ändert sich nun: Neue Maximalpreise treten in Kraft.

Von diesem Mittwoch an werden die Gebühren für Telefonate und SMS aus dem Heimatland ins EU-Ausland gedeckelt. Ab dem 15. Mai dürfen EU-Bürgern pro Telefonatsminute maximal 19 Cent plus Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden. Ob sie vom Festnetztelefon oder Handy aus anrufen, spielt keine Rolle.

Eine SMS ins EU-Ausland darf ab Mittwoch maximal sechs Cent kosten, auch hier kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherverbandes fielen in Deutschland für Auslandsgespräche per Handy zuletzt bis zu 1,99 Euro pro Minute an.

Außer in den 28 EU-Ländern gelten die neuen Vorschriften bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein. Verbraucher müssen von ihren Anbietern über die Änderung, die nur für Privatkunden gilt, informiert werden.

Manche sparen so viel Geld

Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, sagt zu der neuen Kostendeckelung: "Die Preisobergrenzen für Anrufe innerhalb der EU sind ein konkretes Beispiel dafür, wie sich der digitale Binnenmarkt positiv auf den Alltag der Menschen auswirkt." Die Regeln würden "der EU insgesamt helfen, den wachsenden Konnektivitätsbedarf der Europäerinnen und Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern".

Die EU-Kommission nannte am Montag ein Beispiel: Eine Italienerin [die vermutlich nicht den idealen Tarif dafür hat; Anmerkung der Redaktion] telefoniert jeden Monat zwei Stunden mit ihrer Tochter in Belgien - und zahlt dafür rund 105 Euro. Nach den neuen Regeln, auf die sich Europaparlament und EU-Staaten im vergangenen Juni geeinigt hatten, würde sie nun höchstens 27 Euro zahlen.

Die neue Kostendeckelung folgt auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU. Letzter Schritt sorgte bereits 2017 dafür, dass Zusatzgebühren für Anrufe aus fremden EU-Netzen ins Heimatland, also beispielsweise für Telefonate aus dem Urlaub nach Hause, wegfielen.

mbö/dpa

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